#27 Bitcoin im Klassenzimmer: Ein Lehrer spricht Klartext | Philipp Spath
Shownotes
In diesem Interview spreche ich mit Philipp Spath, Lehrer an einer Realschule Plus in Rheinland-Pfalz, über ein Thema, das selten im Unterricht vorkommt und doch jeden betrifft: finanzielle Bildung und Bitcoin.
Gemeinsam werfen wir einen Blick hinter die Kulissen des Schulalltags, sprechen über Herausforderungen im Bildungssystem, den Umgang mit Digitalisierung und KI, Motivation im Lehrerberuf und darüber, warum junge Menschen früh lernen sollten, verantwortungsvoll mit Geld umzugehen. Philipp erzählt offen von seinem eigenen Weg, warum er selbst ein schwieriger Schüler war und weshalb ihn genau das heute zu einem besonders engagierten Pädagogen macht.
Außerdem geht es darum: ✴️ Wie Bitcoin sinnvoll im Unterricht integriert werden kann ✴️ Welche Reaktionen die Schüler gezeigt haben ✴️ Warum Inflation und Altersarmut bereits Jugendliche betreffen ✴️ Was Schule heute leisten kann und wo sie an Grenzen stößt ✴️ Welche Fähigkeiten junge Menschen für die Zukunft wirklich brauchen
Ein Gespräch über Verantwortung, Chancen, gesellschaftlichen Wandel und Hoffnung.
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Transkript anzeigen
00:00:00: Ich selbst war früher ein extrem problematischer Schüler.
00:00:03: Ich bin sehr angeeckt.
00:00:04: Ich hab gegen viele Regeln verstoßen, hatte oft Ärger mit Lehrern, auch mit meinen Eltern.
00:00:08: Hab viele Strafen bekommen, Nachsitzen, Strafarbeiten und so weiter.
00:00:11: Viele haben diese Illusion, dass sie dieses System verändern können, indem sie irgendwelche Änderungen anstreben.
00:00:17: Ich versuche selbst für mich, das Beste rauszuholen.
00:00:20: Auch bei den Kindern.
00:00:21: Das ist meine Motivation, die ich hab.
00:00:23: Das Geld verliert an Wert.
00:00:24: Da waren die auch erst mal schockiert, wenn man das zerflückt hat und genau darüber spricht.
00:00:29: zum Beispiel den Bitcoin-Standard gelesen, das ist was, das muss ich meinen Schülern beibringen?
00:00:34: Ja.
00:00:35: Mir geht es gar nicht darum, dass ich hier das große Vermögen angehäuft hab, sondern dass ich mein Geld für so viele Sachen ausgegeben hab, die ich einfach nicht gebraucht hab.
00:00:44: Und das ist auch ein Problem, was ich in der Gesellschaft heutzutage immer noch sehe.
00:00:47: Wenn du jetzt auf den Schulhof gehen würdest, würdest du jetzt einen Schüler, der nicht in der Gruppe ist, fragen, was würdest du mit hunderttausend Euro machen?
00:00:52: Ich hab das mal gemacht, vor ein paar Tagen, hat einer gesagt,
00:00:56: Herr Spat!
00:00:57: Ich würde mir Lamborghini kaufen, ich würde mir erst mal die neue Stone Island-Kollektion kaufen.
00:01:02: Ich hab denen auch gesagt, guck mal, die, die jetzt kommt, die ist Bitcoin-only, ja?
00:01:06: Und dann hab ich ihnen gesagt, jetzt guckt mal mich an, ich versuch lieber so ein bisschen zu streuen.
00:01:11: Was
00:01:11: würdest du sagen, war interessanter für deine Schüler das Thema Aktien, ETFs oder Bitcoin?
00:01:16: Hast du dann Unterschied festgestellt, dass gerne ehrlich sein.
00:01:19: Das ist eine richtig gute Frage.
00:01:22: Ähm
00:01:22: ... Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Hard Money und heute mit einem ganz besonderen Interview, denn ich durfte nach sehr langer Zeit mal wieder in einem Klassenzimmer stehen, aber nicht als Schülerin, sondern als Gast.
00:01:35: Zwei Doppelstunden lang habe ich mit einer zehnten Klasse einer Realschule über Bitcoin gesprochen und dabei sind Gespräche entstanden, die mich sehr überrascht haben, klug, kritisch, offen und manchmal auch sehr direkt.
00:01:47: Möglich gemacht hat das Philipp Spath, Philipp ist Lehrer und Pädagoge, manchmal ... Und mich hat sehr beeindruckt, mit wie viel Vertrauen und Respekt ihm seine Schüler begegnen.
00:01:58: Denn bei Philipp merkt man sofort, hier geht es mehr als nur um Noten und Lehrpläne.
00:02:04: Wir sprechen im Interview darüber, wie Bitcoin den Weg in seinen Unterricht gefunden hat, wie so finanzielle Bildung so wichtig ist, wie sich Schule gerade verändert, was Lehrer heute wirklich leisten müssen und wo Philipp trotz aller Herausforderungen Hoffnung sieht.
00:02:21: Verantwortung, um Konsum, um digitale Ablenkung, um junge Menschen und um die Frage, wie wir sie auf eine Welt vorbereiten, die sich heute schneller verändert als jemals zuvor.
00:02:32: Dieses Gespräch wird bei mir lange hängen bleiben und vielleicht geht es dir ähnlich.
00:02:37: Wenn dir solche Gespräche gefallen und du mehr solcher Inhalte sehen möchtest, dann freue ich mich über ein Like und ein Abo von dir.
00:02:43: Das unterstützt mich sehr.
00:02:45: Vielen herzlichen Dank und jetzt viel Spaß mit der Folge.
00:02:48: und Philipp Spat.
00:02:54: Okay, Philipp, wir sitzen hier in Bingen an einer Realschule Plus, Realschule Plus am Scharlachberg.
00:03:03: Und du bist Lehrer und wir werden auch gleich darüber sprechen, wie du dazu gekommen bist, Lehrer zu werden, was gerade deine Projekte sind.
00:03:11: Ich durfte mit deinen Schülern heute über Bitcoin sprechen und bevor wir ... Uns darüber unterhalten würde ich aber erst gerne verstehen, wer du bist.
00:03:19: Also wer bist du als Philipp?
00:03:21: und meine erste Frage deshalb.
00:03:23: Wie bist du überhaupt auf Bitcoin gekommen?
00:03:27: Also er hat sich angefangen mit dem Investieren.
00:03:30: Damals hat ein Freund mich darauf aufmerksam gemacht.
00:03:32: Das war so... Ja, zu Beginn meiner Dreißiger sind wir auch so gemeinsam, also mein Kumpel und ich auf den Bitcoin gestoßen, haben uns dafür halt interessiert, weil wir uns auch gleichzeitig mit der Börse beschäftigt haben, Unternehmen, Aktien und anderen Assetklassen.
00:03:49: Und ja, Bitcoin, das hat mir ja schon immer mal gehört und man kennt es auch irgendwie so vom Hörnsagen schon seit Jahren eigentlich.
00:03:57: Also man wusste zwar, das gibt es, aber so wirklich genau, was das ist.
00:04:01: Damit habe ich mich auch noch wirklich bis dahin noch nie beschäftigt.
00:04:05: Und ja, ich bin ein sehr wissbegehiger Mensch und ich habe halt ja dann mir zuerst die anderen Essenklassen angeguckt, also überwiegend Aktien und habe dann erst mal auch gemerkt, wie man sein Vermögen halt vermehren kann und habe dann auch realisiert, das geht mit Bitcoin ja auch.
00:04:20: Jetzt möchte ich auch Bitcoin verstehen.
00:04:22: Und bevor es weitergeht, eine kleine Werbung.
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00:05:12: Herzlichen Dank, wenn du den Code nutzt.
00:05:14: Werbungende.
00:05:15: Weißt du noch, was das erste war, dass du über Bitcoin gelesen hast?
00:05:18: War das ein Artikel?
00:05:19: War das ein Video?
00:05:22: Es ist wirklich eine gute Frage.
00:05:23: Also ich habe relativ schnell deinen Kanal tatsächlich entdeckt.
00:05:28: Okay.
00:05:28: Und da habe ich mich auch so ein bisschen belesen und habe dann auch so halt mal ein paar Sachen von dir angehört, zum Beispiel der Podcast.
00:05:37: Und da hast du relativ am Anfang, also ich glaube in der ersten Folge war das von deinem Podcast auch am Ende eine Empfehlung für ein Buch.
00:05:45: abgegeben.
00:05:46: Das war nämlich der Bitcoin-Standard.
00:05:49: Ich bin so ein Mensch, wenn mir jemand was empfiehlt und ich erachte das als sinnvoll, dann hole ich das direkt.
00:05:56: Also dann gibt es auch nicht noch irgendwie langsüberlegen, dann wird das gekauft und dann wird das durchgelesen oder was auch immer es ist.
00:06:02: Und das war bei der Bitcoin-Standard genauso und dann habe ich halt das Buch gelesen und habe da schon relativ schnell dann auch mal so mein Wissen und mein Horizont erweitert.
00:06:11: Okay, also das ist gekauft, gelesen und dann warst du im Bitcoin-Rabbit Hole oder hast du da noch irgendwas gebraucht?
00:06:17: Oder würdest du sagen, das war der Anfang?
00:06:18: Das war schon der Anfang, ja.
00:06:20: Also ich hab dann natürlich auch ganz viele YouTube-Videos geguckt, auch vom Blog-Trainer, das Video von Blue Guy
00:06:26: hat auch
00:06:26: noch mal gezündet.
00:06:29: Und das waren so die Anfänge, würd ich sagen, ja.
00:06:31: Und dann hab ich mich mit einem Freund dann auch wirklich damit noch ein bisschen näher beschäftigt.
00:06:36: Und das war dann wirklich so der Beginn gewesen.
00:06:40: Okay.
00:06:40: Und ich war ganz überrascht, als wir gesprochen hatten und du meintest, ja, das ist gerade mal ein Dreivierteljahr her, dass du dich mit Bitcoin beschäftigst.
00:06:49: Weil du hast mich ja kontaktiert, ich weiß gar nicht über welche Plattformen.
00:06:52: Und hast halt gefragt, ob ich denn zu deinen Schülern kommen würde, um über Bitcoin zu sprechen.
00:06:57: Aber hast du dann, als du zum Beispiel den Bitcoin-Standard gelesen hast, gleich gedacht, okay, das ist was, das muss ich meinen Schülern beibringen?
00:07:06: Ja.
00:07:07: Also, das war tatsächlich so gewesen.
00:07:10: Auch mit dem Geldsystem, was da alles schiefläuft in der Welt und mit der Inflation.
00:07:16: Das war mir zwar immer bewusst,
00:07:18: es war
00:07:18: jetzt nicht so, dass ich davon gar keine Ahnung hatte.
00:07:20: Und ich hab auch nie mein ganzes Geld schon verpulvert.
00:07:24: Zumindest doch, das stimmt nicht.
00:07:26: Früher hab ich schon verpulvert, aber die letzten Jahre ... Was ist früher?
00:07:30: Ja, die ganzen Zwanziger.
00:07:32: Also ... davor auch als Jugendlicher, klar, aber da hat man ja noch nicht so viel Geld.
00:07:35: Also in den zwanzigern verdient man ja halt dann auch, also hat man so ein eigenes Geld.
00:07:40: und ja, das gibt man ja im Normalfall dann für alle möglichen Dinge aus, auch Dinge, die man eigentlich nicht braucht.
00:07:47: Und das ist ja das eigentliche, was einen dann so eben nachhinein so ein bisschen ärgert.
00:07:53: Ja gut, okay, jetzt kommen wieder andere, die sagen, ja gut, auf der anderen Seite hast du auch gelebt, ja,
00:07:58: aber...
00:07:59: Wie oft hat man sein Geld wirklich ausgegeben für Sachen, die eigentlich keinen Unterschied gemacht haben?
00:08:04: Wenn man das weggelassen hätte und hätte schon früher damit angefangen, sich zu beschäftigen, dann wäre es natürlich jetzt nochmal eine andere Situation.
00:08:11: Und wie kam es dann dazu, dass Bitcoin dann auch wirklich, also insgesamt mit dem Thema investieren natürlich bei deinen Schülern gelandet ist?
00:08:20: Also, wie hattest du Angst, dass es auf Ablehnung stößt?
00:08:23: Vielleicht vor der Schulleitung oder war das super easy, die zu überzeugen?
00:08:29: Ich musste meine Schulzeit um gar nicht überzeugen.
00:08:31: Also mich unterricht ja das Fach Wirtschaft und Verwaltung.
00:08:34: Und da ist ja auch ein Thema tatsächlich auch im Lehrplan.
00:08:40: Da geht es um Geld anlegen.
00:08:41: Und dann werden auch mal Aktien behandelt.
00:08:43: Das ist natürlich in der jetzigen Form, wie es ist, ist es eher ein kleineres Thema.
00:08:47: Da wird mal kurz drüber gesprochen.
00:08:52: Natürlich, da gibt es dann auch Einheiten dazu, aber wie weit das dann in den Schulen gemacht wird, ist dann auch nochmal ganz unterschiedlich.
00:08:58: Es gibt bestimmt Lehrer, die machen das intensiver und dann gibt es andere, da wird es fast gar nicht behandelt.
00:09:02: Und es gibt ja auch ganz viele Schulen.
00:09:03: Also erst mal, Wirtschaft und Verwaltung ist ja ein Wahlpflichtfach bei uns an der Schule.
00:09:07: Das heißt, man kann das wählen.
00:09:09: Nicht jeder hat das.
00:09:10: Es gibt auch andere Schulen, da gibt es sowas überhaupt nicht.
00:09:13: Und die Kinder haben dann überhaupt keine Möglichkeit, sich mal generell mit finanzieller Bildung zu beschäftigen.
00:09:20: So wie bei mir damals war.
00:09:22: Ich hatte auch durch die Schule null finanzielle Bildung.
00:09:26: Und das war wirklich so der Kernantrieb.
00:09:28: Also mein Antrieb war gar nicht dieses, ich muss jetzt den Kindern Bitcoin zeigen, sondern ich muss ihnen finanzielle Bildung beibringen.
00:09:36: Zumindest, also ich will jetzt niemanden sagen, du musst jetzt ab morgen der große Starinvestor werden.
00:09:41: Aber versuch mal zumindest nicht so von Beginn, wenn du jetzt bald achtsam bist, verdienst dein Geld, machst deine Ausbildung.
00:09:49: gibt nicht alles aus, versuch gleich einen kleinen Teil zumindest mal zu sparen.
00:09:53: Wie du das machst, egal, Hauptsache, also ich hab dir jetzt ein paar Sachen präsentiert in der Reihe.
00:10:00: Aktien, ETFs, Immobilien, Gold und natürlich auch Bitcoin.
00:10:04: Aber es geht ja nur darum, dass die Kinder wirklich wissen, okay, da gibt es etwas.
00:10:08: Wir haben auch natürlich über Inflation gesprochen und auch über Altersarmut.
00:10:12: Da waren auch die Kinder total schockiert.
00:10:15: Was ja auch ... viele in Deutschland betrifft, von denen man es eigentlich gar nicht erwartet.
00:10:20: Also wir sprechen hier nicht von den Bettler auf der Straße, sondern wir reden hier wirklich von Leuten, die ihr Leben lang gearbeitet haben.
00:10:26: Und deren Rentenlücke hier so groß ist, dass die ersten so krasse Abstriche machen müssen im Leben.
00:10:33: Und zweitens dann natürlich auch, ja, hat sich auch einfach überhaupt viel weniger Dinge dann am Anschließend noch gönnen können, die sie dann dann... damit machen und dann einfach zurückstecken müssen und ihre Kosten nicht mehr tragen können.
00:10:48: Und das ist schon ein massives Problem.
00:10:50: Ist das etwas, was deine Schüler vielleicht auch schon so im Alltag beobachtet haben?
00:10:53: Also Inflation, Altersormut oder war das ein neues Thema?
00:10:57: Also wirklich gar nicht.
00:10:58: Natürlich, wenn du jetzt ankommst und so sagst, das hast du ja auch vorhin als Beispiel genommen.
00:11:02: Der Dönerpreis ist gestiegen.
00:11:04: Ja, das haben die alle gemerkt.
00:11:05: Okay, wenn du sie darauf ansprichst, stimmt.
00:11:08: Früher hat der ... nur drei fünfzig gekostet mit Getränk.
00:11:13: Und heute kostet er, keine Ahnung, in manchen Städten schon bis zu zehn Euro.
00:11:19: Das ist den Kindern schon bewusst, aber die wenigsten stellen sich die Frage, warum passiert es eigentlich?
00:11:25: Woher kommt das?
00:11:26: Und was können wir dagegen tun?
00:11:28: Das ist halt ein... In meinen Augen waren das oder ist es ein großes Problem und dem haben wir uns jetzt in den letzten Wochen extrem gut, denke ich auch.
00:11:38: Ich hoffe, erfolgreich.
00:11:39: Das wird sich dann zeigen in den nächsten Jahren gewidmet.
00:11:43: Und wie viel Prozent der zehnten Klassen, also eine zehnte Klasse, über die wir gerade sprechen, wie viel Prozent haben dieses Wahlpflichtfach gewählt und kann jetzt sozusagen den Genuss über Geld und Geldsystem und dann auch investieren und Bitcoin zu lernen?
00:11:58: Ja, wir haben aus, also es sind zwei zehnte Klassen und daraus gibt es drei Wahlpflichtkurs.
00:12:03: Also ein Drittel kannst du jetzt grob sagen.
00:12:06: Okay.
00:12:06: Also es sind dann, wenn du jetzt eine Schülerzahl hören willst, lass es mal siebzehn Kinder sein.
00:12:12: Achtzehn Kinder sind, glaube ich, dann im Kurs.
00:12:15: Okay.
00:12:15: Und wie kam es eigentlich dazu, dass du Lehrer geworden bist?
00:12:18: War dir das schon immer klar, dass du Lehrer wirst und vor allem Realschullehrer?
00:12:24: Wie war dein Weg?
00:12:24: Tatsächlich
00:12:25: gar nicht.
00:12:28: Also ich habe auch damals zuerst mittlere Reife gemacht, also war auf der Realschule und habe dann am Ende der Schulzeit gar nicht genau gewusst, was mache ich jetzt?
00:12:39: und mein Vater hat mir total in den Ohren gelegen, wir müssen jetzt da mal hinfahren und uns da informieren, Ausbildungsmessen.
00:12:45: Und es hat mich, ehrlich gesagt, schon genervt.
00:12:48: Es war gut gemeint und ich bin ihm dankbar, dass er's auch gemacht hat.
00:12:51: Aber mich hat's damals schon gestresst.
00:12:53: Und dann hab ich als Erster gesagt, auch keine Ahnung, ich weiß es jetzt grad nicht, es ist mir auch zu anstrengend, das zu machen.
00:12:59: Ich mach erst mal Fachabi.
00:13:00: Und dann bin ich von der Zehnten auf eine Schule und hab dann da mein Fachabi gemacht.
00:13:05: Und dann nach zwei Jahren ging das derbe wieder los.
00:13:08: Und dann hab ich wieder gedacht, okay, ich mach noch Abi, hab ich noch nie hinten dran gehängt.
00:13:12: Und ich hab damals ja auch schon ... Seitdem ich achtzehn bin, relativ lange, also da ist war mein Beginn, aber ich habe dann anschließend relativ lange dort noch gearbeitet in einem Fitnessstudio.
00:13:22: Und dort habe ich einen jungen Mann kennengelernt, der war extrem übergewichtig.
00:13:28: Also wir reden hier von hundert, achtzig Kilo auf circa eins, fünfundsiebzig.
00:13:33: Und er war auch ungefähr so alt wie ich, also gerade mal achtzehn, neunzehn.
00:13:38: Und ich habe den angesprochen, als ich ihn mag, also ich habe den öfter mal dann da gesehen, da hat immer so normal trainiert, aber jetzt nicht unbedingt extrem intensiv.
00:13:46: Und ich habe den angesprochen und habe gesagt, hey, wie geht's dir?
00:13:49: Ich habe gesehen, du bist öfter hier, du hast scheinbar ein bisschen Bedarf, dass du Hilfe brauchst und er war auch direkt total offen, ja, bei ihm klappt es nicht so.
00:13:57: und dann kam er ins Gespräch, dann habe ich mich mit ihm... ... ein Tag später nochmal getroffen ... ... im Fitnessstudio haben aber dann nur ... ... zwei Stunden auf der Couch gehockt, ... ... haben dann ... ... zwei, drei Tassen Kaffee getrunken, ... ... haben halt so erzählt, ... ... wie ja die Situation ist, ... ... was man machen kann.
00:14:10: Und dann habe ich mich wirklich ... ... hingesetzt und habe mit der, also ... ... auch wirklich kostenlos.
00:14:14: Ich habe da wirklich in den Zeit gesteckt, ... ... weil ich wollte ihm einfach helfen.
00:14:16: Es war so dieser ... ... intrinsische Motivation einfach, ... ... was Gutes zu tun.
00:14:21: Und habe ihm ein Trainingsplan gemacht, ... ... habe ihm ein Ernährungsplan gemacht, ... ... ich habe auch ab und zu mit ihm trainiert, ... ... also immer mal wieder, nicht immer, ... ... er musste auch einiges auf eigene Faust machen ... ... und er hat es tatsächlich geschafft, ... ... in zwei Jahren, achtzig Kilo abzunehmen.
00:14:35: Ach krass, ja.
00:14:35: Und das war auch dann diese Zeit, ... ... wo ich gemerkt habe, ... ... ich kann anderen Leuten gut was beibringen ... ... und denen auch gut helfen.
00:14:42: Und da hat sich das dann eigentlich, weil ja auch Sport, meine Leidenschaft ist in die Richtung entwickelt.
00:14:46: Ja, gut, okay, ich möchte gern was mit Sport machen.
00:14:49: Aber auch irgendwie will ich gern Leuten was beibringen.
00:14:52: Ich will ihnen weiterhelfen.
00:14:54: Ich hab ja zu dem Zeitpunkt schon im Fitnessstudio gearbeitet.
00:14:57: Das hab ich auch immer gern als Nebenjob gemacht.
00:14:59: Aber ich wusste also, hauptberuflich ist es auf Dauer nichts für mich.
00:15:02: Das macht mir einfach nicht so Spaß.
00:15:06: Und dann kam ich halt aus Lehramt.
00:15:08: Genau.
00:15:09: Und das ... Ja.
00:15:11: ... war dann eigentlich ziemlich witzig gewesen, ... ... dann habe ich mich in einer Stadt beworben, ... ... die war dann ein bisschen weiter weg, ... ... also es ist keines als lauter.
00:15:18: Und ... ... das war dann so auch für mich das erste Mal, ... ... dass ich von zu Hause raus bin, ... ... von zu Hause ausgezogen, ... ... uuh, der Prinz verlässt das Schloss, ... ... hat meine Oma noch gesagt, ... ... komplett alleine dann, ... ... und das war halt sowas komplett Neues.
00:15:30: Und ... ... genau dann bin ich halt dort in der Stadt, ... ... habe ich halt dann auch mein Studium gemacht, ... ... hab dann da auch ... ... war auch ganz
00:15:37: klar, dass es Realschullehramt wird ... ... oder war das noch offen?
00:15:40: Ja.
00:15:42: Da geh ich gleich drauf ein auf das Realschuleamt und hab dann ja da auch dann anschließend mein Referendariat gemacht und hab auch witzigerweise das Fitnessstudio, wo ich gearbeitet habe, war eine Kette, hab dann von Mainz nach Kaiserslautern gewechselt und hab dann dort weitergearbeitet während des Studiums.
00:15:59: Und ja, das war auf jeden Fall eine coole Zeit.
00:16:02: Und der Grund jetzt vielleicht, warum ich mich gerade für Realschule entschieden hab, also es gab eigentlich zwei Gründe.
00:16:07: Das erste ist dann dieses Soziale, was ich eben gesagt habe.
00:16:10: Also ich selbst war früher ein extrem problematischer Schüler.
00:16:14: Ich bin sehr angeeckt.
00:16:15: Ich habe gegen viele Regeln verstoßen, hatte oft Ärger mit Lehrern, auch mit meinen Eltern.
00:16:21: Hab viele Strafen auch bekommen, Nachsitzen, Strafarbeiten und so weiter.
00:16:26: Und es gab trotzdem immer so ein paar Lehrer, nicht viele, vielleicht eine Handvoll.
00:16:29: Die haben mich immer gewertschätzt.
00:16:31: Die waren immer absolut in Ordnung zu mir und bei denen hat es auch immer Spaß gemacht.
00:16:35: Da hab ich dann so gesehen, es gibt so ein paar Lehrer, die verurteilen einen recht schnell.
00:16:41: Die sind auch mal streng, die geben einem auch mal Ärger.
00:16:43: Und zeigen einem auch mal die Grenzen auf.
00:16:45: Das muss auch sein.
00:16:46: Dann kann man das aber auch annehmen.
00:16:47: Wenn man weiß, man kriegt von dem jetzt Ärger, dann ist das so okay.
00:16:51: Gut, okay, ich hab wirklich Mist gebaut.
00:16:53: Es ist in Ordnung.
00:16:54: Wenn der andere mich jetzt maßregelt, dann denk ich schon noch so Mist.
00:17:00: Gib ihm.
00:17:01: Lass mich in Ruhe, gehen wir nicht auf die Nerven.
00:17:05: Ja, und das war halt der eine Grund, dass ich halt, weil ich selbst so problematisch war, wollte ich aber auch mit so Schülern arbeiten, die, wie ich dann eher so aus diesem, ja, Pläntel ist vielleicht das falsche Wort, die halt eher so von dieser Verhaltensproblematik... Grenzen
00:17:19: austesten.
00:17:20: Ja, genau.
00:17:21: Und das hast du an der Realschule halt häufiger als am Gymnasium.
00:17:24: Ja.
00:17:25: Und würdest du sagen, dass, weil du eben selber... Ja, die Erfahrung gemacht hast als Schüler, dass du heute davon profitierst, weil du weißt, wieso die Schüler so sind, wie sie sind.
00:17:35: Das
00:17:35: ist halt auch wirklich eine der Hauptgründe.
00:17:38: Also ich reagiere ganz entspannter.
00:17:41: An meiner alten Schule hat ein Lehrer gearbeitet, der war eigentlich kundesjahr Lehrer.
00:17:45: Der hat dann aufgrund einer Stelle, die er dort bekommen hat, war es für ihn günstig vom Fahrtweg her und dann hat er das halt angenommen.
00:17:52: Aber ... Er hat auch selbst immer gesagt, ich bin hier komplett Fehl am Platz, ich bin gar nicht dafür geeignet.
00:17:57: Ich kann das gar nicht mit dieser Art von Kindern arbeiten.
00:18:01: Es fällt mir sehr schwer.
00:18:03: Also klar, er konnte es vom Unterricht her, von den ganzen Sachen.
00:18:05: Aber jetzt, das Zwischenmännliche war halt für ihn extrem schwierig.
00:18:11: Die Kinder haben halt ihre eigene Sprache, ja.
00:18:12: Und das ist halt so was, damit muss man halt schon klar kommen.
00:18:16: Und das tue ich, denke ich, ganz gut.
00:18:18: Deswegen pass ich hier halt wirklich rein.
00:18:20: Und das Feedback kriege ich auch nicht nur von den Schülern.
00:18:22: oder von den Schülerinnen, sondern auch von anderen Lehrkräften, die mir das dann auch rückmelden, die dann selbst was Positives sagen.
00:18:29: Ich finde es immer gut, wie du das hier machst, wie du auch mit den Kindern klarkommst.
00:18:32: Ich habe eine sehr enge Bindung zu den Kindern hier.
00:18:36: Und das ist natürlich ein sehr positiver Punkt.
00:18:38: Ja, wir haben...
00:18:39: Und weil ich gerade eben noch gesagt habe, es waren ja zwei Punkte.
00:18:42: Der zweite Grund war natürlich auch, am Gymnasium bewerben sich halt die meisten.
00:18:46: Und an der Realschule eher weniger.
00:18:49: Also gibt's natürlich auch mehr Stellen, also das war jetzt einfach was Rationalltagliches.
00:18:53: Und dann ist es natürlich auch besser, eine Stelle zu kriegen oder einfacher.
00:18:55: Ja, bei das gepasst dann das Angebot an Jobs plus deine Erfahrungen.
00:19:00: Genau,
00:19:00: richtig.
00:19:01: Wir hatten ein kurzes Vorgespräch vor dem Interview hier und da hast du gesagt, ich bin eigentlich nur dreißig Prozent meiner Zeit Lehrer und ansonsten bin ich Papa, Pädagoge, Mama und so weiter.
00:19:14: Arzt!
00:19:15: Domtöer.
00:19:16: Also du hast wirklich für alles ja in allen Bereichen, kannst du dich als irgendein Beruf bezeichnen, weil du hier viel mehr machst als nur zu leeren.
00:19:26: Ist das ein Beispiel, wo man das so greifen kann, wie dein Berufsalltag aussieht?
00:19:32: Ja, also du hast ja auch vorhin eine Stunde gesehen, man kommt nicht nur rein, alle packen ihre Sachen aus, man steht vorne, erklärt was und es geht direkt ohne Probleme los, sondern ... Dann hat der eine sich verletzt in der Pause, dann haben zwei Kindern Streit gehabt draußen, da muss das noch geklärt werden.
00:19:51: Von dem einen, der muss dann mal kurz zu Hause anrufen, weil die Mutter irgendwie, da gibt es dann irgendein Problem, familiär, dann musst du was organisieren.
00:19:59: Du musst gucken, dass die Kinder sozusagen ihre Materialien haben.
00:20:03: Dann haben die Eltern es vielleicht, obwohl du sie schon mehrmals darauf hingewiesen hast, nicht hinbekommen, das Material zu besorgen.
00:20:09: Also planst du schon in deiner Handlung auch so ein bisschen mit ein?
00:20:13: Okay.
00:20:14: Ich kauf mir selbst zwei, drei Hefte und geb dann einem Kind einfach eins, also schenke es ihm, weil mir das persönlich jetzt einfach zu anstrengend ist, da jetzt noch dreimal anzurufen und zu sagen, guck, dass der ein Heft hat.
00:20:24: Und das sind halt so ganz viele verschiedene Beispiele auch mit Verhalten.
00:20:28: Vor allem, also das ist auch ein Thema, also viel Zeit geht extrem drauf, um Verhalten von Schülern.
00:20:38: Also ich will gar nicht mal sagen, zu sanktionieren.
00:20:39: Das kommt dann erst im Nachhinein, sondern erst mal auch schon, um darüber zu reden.
00:20:43: Also wir haben ganz viele Elterngespräche, wo dann auch teilweise die Eltern halt gar nicht auftauchen, aber im Normalfall tauchen sie schon auf.
00:20:50: Und dann sitzt du auch ein, zwei Stunden mit denen an den Tisch, dann wird darüber geredet, was kann man machen, wie kann man das Kind unterstützen.
00:20:57: Wir haben hier zum Beispiel auch Schulsozialarbeiter, also ein in der Schule, der ist für die Kinder verantwortlich, sich mit dem abzustimmen, mit den Terminen.
00:21:06: Wir haben das Jugendamt hier noch mit drin, die auch mit unterstützen, wo Kinder sozusagen dann auch, also ein bestimmtes Kind ist in einer Maßnahme drin vom Jugendamt.
00:21:18: Das Jugendamt unterstützt die Familie, also das betrifft nicht alle Kinder, sondern halt nur Ausgewählte.
00:21:23: Und dann sind die Kinderamts auch mal dort, machen mal Ausflüge, können mal mit denen reden und das ist dann auch so ein bisschen, so ein Claring nennt man das, wenn das Jugendamt auch mit in die Familien mit reingeht und da so ein bisschen unterstützt, weil es halt nicht so läuft, wie es laufen sollte.
00:21:37: Und was würdest du sagen, sind so mit die größten Herausforderungen, die deine Schüler haben?
00:21:42: Ja, also eine der größten Herausforderungen der letzten Jahre ist natürlich die deutsche Sprache.
00:21:48: Also die ... Es ist jetzt nicht das Problem, sich zu verständigen.
00:21:53: Wenn ich mit einem Kind vor mir sitze und mit dem Redel selbst, wenn er noch nicht so gut Deutsch kann, das kriegt man immer irgendwie hin.
00:22:00: Aber es ist ja auch, wir wollen ja auch hier was lehren.
00:22:02: Es geht ja auch ein bisschen um Unterricht und Bildung und den Kindern etwas beizubringen.
00:22:07: Und in vielen Schulbüchern, also die Texte sind ja schon eigentlich so geschrieben, dass sie für Kinder einfacher zu verstehen sind.
00:22:16: Das müsste man auch nochmal bearbeiten.
00:22:18: Also heutzutage die einfachsten Wörter, viele Wörter, da wissen die Kinder gar nicht, was es überhaupt bedeutet.
00:22:24: Und obwohl ich Lehrkraft bin, weiß ich das ja.
00:22:28: Und trotzdem kommen immer wieder Wörter, wo ich das selbst gar nicht erwarte und dann doch überrascht bin.
00:22:34: Ich habe jetzt gerade kein passendes Beispiel.
00:22:37: Ich müsste kurz überlegen.
00:22:39: Idealist hatten wir vorhin.
00:22:41: Ja,
00:22:41: gut, und das ist für mich schon so ein krasses Wort.
00:22:44: Vielleicht ist es für dich normal, wenn ich dann zu jemandem sage, hättest du mal fragen können, was ist ein Idealist?
00:22:48: Okay, Schüler X hätte dir eine Antwort geben können, aber alle anderen hätten jetzt das halt nicht gewusst.
00:22:53: Oder hätten sich nicht ausdrücken können, das dann zu benennen oder zu beschreiben, was es ist.
00:22:59: Ja, das ist ja auch noch mal was anderes.
00:23:01: Und dann genau, nimmt halt das Unterrichtsniveau, also ist halt in den letzten Jahren etwas abgesunken, das siehst du halt auch durch die Leistungen und ... Wenn du halt ein Test schreibst, also es ist ja erst mal ein Rheinland-Pfalz seit, ich glaube seit einem halben Jahr ungefähr verboten, unangekündigte Tests zu schreiben.
00:23:18: Verboten?
00:23:18: Ja.
00:23:19: Also du musst alles ankündigen.
00:23:21: Ich habe das eh nie gemacht.
00:23:22: Also ich schreibe, also seitdem ich hier Lehrer bin und auch an der alten Schule oder an der davor habe ich keine, also ich habe da nie unangekündigte Tests geschrieben, aber... Trotzdem, wenn du sie ankündigst, gibt es dann Kinder, das ist nicht mal so, wie damals, dass wir unbedingt eine gute Note haben wollten, sondern, weil wir dann irgendjemanden stolz machen wollten von unseren Eltern oder wir halt ein gutes Gefühl haben, sondern vielen sind Noten einfach egal.
00:23:50: Wenn du mit denen eine gute Bindung hast, dann schreiben die diese gute Note für dich nicht für sich selbst.
00:23:57: Das trifft auch nicht bei allen zu, aber da haben wir schon ein paar, wo das wirklich so ist.
00:24:02: Und also viele der Kinder haben halt schon früh gelernt in der Grundschule, dass Noten halt schlecht sind, weil die halt in der Grundschule auch nur schlechte Noten bekommen haben.
00:24:10: Also haben die sich auch davon entfernt.
00:24:12: Sie haben gar nicht mehr die Idee, dass sie vielleicht auch gute Noten schreiben könnten, wenn sie sich vielleicht anstrengen oder so.
00:24:18: Komplett.
00:24:19: Ja, also die haben, die sehen auch keinen Weg, wie sie das schaffen, obwohl wir sie versuchen, natürlich bestmöglich zu unterstützen.
00:24:26: Aber es ist halt auch so ein Problem.
00:24:28: Viele Kinder werden halt zu Hause.
00:24:31: nicht mehr wirklich erzogen.
00:24:33: Also, wenn man das so sagen kann, wir Lehrer übernehmen schon extrem viel Arbeit.
00:24:39: Und die Kinder lernen hier durch uns regeln, ihre Frustrationstoleranz zu erhöhen, pünktlich zu sein und bestimmte Werte, die wir ihnen auch mitgeben, die sie halt von zu Hause aus welchen Gründen auch immer nicht mitgegeben bekommen.
00:24:56: Ich muss sagen, ich war extrem positiv überrascht von der Schulklasse oder von den beiden Schulklassen, die ich heute kennenlernen durfte.
00:25:06: Mir wurden Fragen gestellt, die Schüler sind auf mich zugekommen, natürlich nicht alle, aber ein paar.
00:25:10: Und dann dachte ich, wow, die haben ja wirklich Interesse, die wollen ja wirklich was lernen.
00:25:14: Dann gab es spannende Fragen auch zum Thema Bitcoin, auch kritische Fragen.
00:25:18: So nach dem Motto, ja, es findest du das nicht zu riskant, wie du das machst und so.
00:25:22: Also ich war wirklich positiv beeindruckt.
00:25:25: Aber du meintest, das sind jetzt die zehnten Klassen.
00:25:27: Und ja, das ist kein repräsentatives Bild.
00:25:31: Ist das so?
00:25:32: Ja,
00:25:32: also es ist ja nicht mehr so, dass jeder an eine Realschule in eine zehnte Klasse geht.
00:25:37: Früher war das so.
00:25:37: Da gab es ja noch die rein Realschule.
00:25:39: Mittlerweile heißt es ja Realschule Plus.
00:25:41: Hauptschulen wurden abgeschafft, also in Rheinland-Pfalz.
00:25:45: Und die wurden zusammengelegt, also das heißt jetzt Realschule Plus ist eigentlich Realschule und Hauptschule.
00:25:50: Und nicht mehr jeder macht hier die zehnte Klasse.
00:25:53: Also die werden, das ist auch unterschiedlich, jede Realschule Plus hat da sozusagen ihre eigene Vorgehensweise.
00:26:01: Die werden ab einer gewissen Klassestufe, manchmal ab Klasse sieben oder ab Klasse acht oder erst ab Klasse neun, werden die getrennt in Kurse.
00:26:07: Also das dann... Also es werden abschlussbezogene Klassen gebildet.
00:26:11: Du kommst dann entweder in die Klasse, die dann bis zur zehnten macht oder in die, die bis zur neunten macht.
00:26:17: Und natürlich, man kann auch immer noch mal durch gute Leistungen in die höhere Klasse kommen, aber man kann auch, also es geht auch andersrum.
00:26:28: Und wenn wir jetzt halt mal die Schülerzahl betrachten, es gehen halt immer mehr Leute nach der neunten ab mit oder ohne Abschluss, haben wir auch beides, als in die zehnte Klasse gehen.
00:26:39: Und in der Zehnten hast du dann schon die, die dann schon sozusagen auch oft was das Verhalten angeht, sich eher an Regeln halten können und dann natürlich auch eher dann mal zu Hause lernen.
00:26:51: Was motiviert dich Lehrer zu sein und Lehrer zu bleiben?
00:26:54: Weil ich kenne auch unter anderem aus dem Bitcoin Space Lehrer, die entweder aufgehört haben oder die darüber nachdenken aufzuhören.
00:27:03: Aber was motiviert dich weiter zu machen?
00:27:06: Also Ich glaube, ich habe nicht diese Illusion.
00:27:11: Also viele haben glaube ich diese Illusion, dass sie dieses System verändern können, indem sie irgendwelche Änderungen anstreben.
00:27:17: Also ich habe mich in mir drin auch schon so ein bisschen mit dem, also das akzeptiert, wie es ist.
00:27:22: Ja, also ich will jetzt nicht sagen, ich bin entfernt von dem System und finde das alles hier so toll und friedefreude Eierkuchen.
00:27:27: Mir ist auch bewusst, dass da einiges schief läuft.
00:27:31: Aber ich bin fein damit, wie es aktuell ist.
00:27:34: Und ich versuche selbst für mich, das Beste rauszuholen.
00:27:37: Ja, und auch bei den Kindern.
00:27:38: Und das ist meine Motivation, die ich halt hab.
00:27:40: Und wenn ich halt auch sehe, dass wir gemeinsame Erfolgserlebnisse haben, dann ... oder die Kinder irgendwas mitnehmen oder auf mich zukommen und sagen, es hat ihnen richtig Spaß gemacht.
00:27:50: Das muss auch nicht nur im schulischen Kontext sein.
00:27:52: Wir machen ja auch ... ja, wie sagt man, Exkursionen, also so ausschulische Ausflüge.
00:28:00: Außer schulische Ausflüge, wo man auch einfach was mitnimmt, neue Erfahrungen sammelt, neue Eindrücke.
00:28:09: Und wenn man das dann zusammen erreicht, dann ist das auch ein Riesenerfolgserlebnis.
00:28:15: Und wenn man die Schüler auch eine gewisse Zeit begleitet, also ich bin zum Beispiel gerade Klassenehrer von der achten.
00:28:20: Ich habe meine Klasse seit sie in der sechsten Klasse ist.
00:28:23: Also ich kam dann halt neu an die Schule hierher.
00:28:27: Diese Entwicklung zu sehen, wie die sich auch weiterentwickeln, Und wie die Bindung auch sozusagen dann immer enger wird, man vertraut sich und die Kinder wissen auch genau, woran sie an mir sind.
00:28:38: Und die können das auch einschätzen, wie ich wann bin und was sie bei mir dürfen.
00:28:42: Und das Verhältnis hat sich einfach so positiv entwickelt, dass ich einfach wirklich so zufrieden bin und sehe, ja, es hat sich gelohnt, so viel Arbeit und Energie in die Reihen zu stecken.
00:28:51: Ja, ich hab das auch beobachtet.
00:28:53: Also ich hab schon das Gefühl, dass die Schüler dir vertrauen, dass sie dich respektieren.
00:28:57: Also es ist für mich ... als Aussichtstehender auch wahnsinnig fordernder Job.
00:29:01: Also es kommen ständig Schüler auf dich zu, wollen irgendwas wissen.
00:29:05: Ja, stellen vielleicht auch Fragen, die sie schon immer wieder gestellt haben und du bist permanent gefordert, musst permanent antworten, beziehungsweise die Klasse auch im Blick haben, gucken, was passiert da gerade, was machen die da unter dem Tisch und so.
00:29:19: Wie schaffst du es, dich auszubrennen und hast du vielleicht Tipps an diejenigen, die irgendwie das Gefühl haben, ausgebrannt zu sein?
00:29:25: oder ja.
00:29:27: Die hadern mit dem Lehrerberuf.
00:29:29: Weil du scheinst das ja, du scheinst ein richtig gutes Auskommen damit gefunden zu haben.
00:29:34: Ja, also mein Geheimrezept ist nämlich nichts mit nach Hause.
00:29:38: Das ist natürlich einfacher gesagt als getan.
00:29:44: Also man muss halt sich auch mit ein paar Sachen abfinden.
00:29:47: Meine ehemalige Ausbilderin damals vom Referendariat, die hat immer zu mir gesagt, wir Lehrer sind Multiplikatoren.
00:29:58: Und wenn es uns schlecht geht, dann können wir auch nichts multiplizieren.
00:30:01: Also, natürlich muss man gucken, dass man seine Ziele scharf, dass man die Kinder weiterbringt, aber man muss halt auch wirklich auf sich achten.
00:30:10: Und wenn es einem halt nicht gut geht, dann muss man sich in erster Linie halt wirklich auch mal um sich selbst kümmern und dann müssen halt auch mal andere hinten anstehen.
00:30:17: Ich glaube, wenn man das so für sich verinnerlicht hat, dann ... kommt man auf jeden Fall gut damit klar was jetzt nicht heißt dass man sich immer an erste stelle stellen soll.
00:30:28: ja man kann auch natürlich es gibt ja viele die auch sich erst mal hinten anstellen gucken dass es den anderen gut geht.
00:30:34: also es ist ja auch eine positive eigenschaft aber es darf auch nicht zu extrem sein weil wenn man halt nie auf sich achtet dann geht es halt auch nach hinten los.
00:30:42: ja das kann ja dann auch.
00:30:43: entweder hat man körperliche probleme oder halt psychisch und burn out das natürlich auch.
00:30:47: was was viele Lehrer betrifft ja und es ist halt also.
00:30:50: Ich weiß jetzt nicht mal die Prozentzahl, aber es ist ja auch einer der höchsten Burnout-gefährdeten Berufe.
00:30:55: Ja, ich krieg das auch immer wieder mit von Lehrern.
00:31:01: Du meintest, dass du dich mehr oder weniger arrangiert hast bzw.
00:31:06: du akzeptierst, wie es ist, unabhängig davon, dass es vielleicht Verbesserungspotenzial gibt.
00:31:11: Aber wenn du eine Sache sofort ändern könntest, wenn du jetzt die Macht hättest, was wäre das?
00:31:22: Dafür sorgen.
00:31:23: dass mehr Lehrkräfte eingestellt werden.
00:31:26: Also ich würde mehr Geld zur Verfügung stellen, jetzt gar nicht dem Einzelnen mehr Zahlen, sondern das ist insgesamt mehr Lehrkräfte gibt, weil das ist nämlich erstmal was, was man in vielen Fällen machen kann.
00:31:37: Das hat vor allem bei uns an der Schule hat sich auch ein bisschen was verändert vom Personal, dass mehr Leute reinkamen und es zeigt sich einfach wieder.
00:31:44: Das ist so der einfachste Punkt, den es gibt, wenn du mehr Personal reinbotest.
00:31:49: dann werden alle automatisch entlastet und das sorgt halt bei jedem einzelnen für Entlastung.
00:31:54: Welche Methoden du dann machst und was dann halt das Beste ist, da gibt es ja auch tausend verschiedene Sachen.
00:31:59: Da kann man gar nicht so genau sagen, dass eine ist das Beste.
00:32:04: Aber genau, das wäre halt so das, was ich auf jeden Fall machen würde als erstes.
00:32:07: Also, dass mehr Geld bereitgestellt wird und auch generell mehr Geld in Bildung investiert wird.
00:32:11: Also, ich meine, du hast ja unsere Schule gesehen.
00:32:13: Wir sind schon ganz gut ausgestattet, aber das ist nicht bei allen Schulen so.
00:32:15: Also, die, wo ich vorher war, ich war ja vorher an zwei Schulen.
00:32:19: Da war es jetzt eher weniger technisch ausgestattet.
00:32:23: Da hatten wir noch eine grüne Tafel.
00:32:24: Mit Kreide.
00:32:25: Es gab, ja,
00:32:26: liebe ich absolut,
00:32:28: finde ich total furchtbar.
00:32:32: Ja, es gab teilweise im Gebäude kein Internet.
00:32:34: Also man konnte wirklich nicht wirklich digital arbeiten.
00:32:38: Und das ist natürlich schon was ganz anderes.
00:32:42: Ja, da musst du wirklich mit dem Buch arbeiten, musst Kopien machen und so.
00:32:44: Hast noch ein Overworld-Projektor.
00:32:46: Also wirklich zeitgemäß ist das auch nicht.
00:32:50: Ja, also für mich war es total krass, das zu beobachten, dass es wirklich keine Blätter und Schulbücher gibt, sondern jeder hat ein iPad und du kannst dann auch Dokumente an alle verschicken über Airdrop.
00:33:02: Das, also gab es ja zu meiner Schulzeit gar nicht und das war für mich auch wirklich ein Neuland und ich war total beeindruckt, wie das funktioniert und wie ihr euch so arrangiert.
00:33:13: Lass uns mal ... konkret über den Unterricht zum Thema investieren und Bitcoin sprechen.
00:33:18: Was würdest du sagen, haben deine Schüler, also die, die ich jetzt auch kennengelernt habe in den letzten Wochen gelernt, auch über Bitcoin?
00:33:26: Ja, also ich fang vielleicht mal mit der Einheit an.
00:33:29: Wir haben angefangen, Thema Inflation.
00:33:32: Also erst mal, da waren da diese klassischen Beispiele, der Döner, das Geld nimmt ab und... Ja, das Geld verliert an Wert und es ist alles erst mal, also da waren die auch erst mal schockiert, wenn man das mal wirklich so zerflückt hat und man genau darüber spricht, dann haben wir halt so Basics auch besprochen.
00:33:49: Was ist eigentlich Geld?
00:33:51: Thema Wertespeicher.
00:33:53: Und dann haben wir halt natürlich herausgefunden, dass Geld überhaupt kein guter Wertespeicher ist, also unser Geldsystem.
00:33:59: Das war eigentlich so der Beginn.
00:34:01: Ja, und dann war die zweite Einheit, war dann schon Thema Altersarmut, wo man auch mal wirklich so, da gibt es ja viele ... Videos zum Beispiel auf YouTube, wo dann auch irgendwelche Rentner halt von der Karitas zur Einrichtung fahren müssen, um da was zum Mittag zu essen.
00:34:17: Und ja, wo es dann auch wirklich darum geht, dann haben sie von Leuten sozusagen die Rentenlücke ausgerechnet, weil viele Leute sind ja so, wenn du sie fragst, wissen sie, wie viele Rente sie in zehn Jahren kriegen.
00:34:28: Und dann kommt immer als Antwort an.
00:34:30: Damit habe ich mich bis jetzt noch nicht beschäftigt oder das habe ich vor mir hergeschoben.
00:34:33: Das will ich gar nicht wissen.
00:34:34: Also die wissen schon, da kommt was Negatives raus.
00:34:38: Und deswegen wollen sie es halt nicht hören, weil niemand mag negative Nachrichten.
00:34:42: Ja, und dann war das dritte.
00:34:45: So, jetzt haben wir eine Inflation.
00:34:47: Wie können wir uns jetzt da verschützen?
00:34:50: Und dann haben wir erst mal angefangen mit Aktien der Börse ETFs.
00:34:56: Und witzigerweise, es hat jetzt gut gepasst.
00:34:59: Also, das ist jedes Jahr, kennst du Plan-Spielbörse?
00:35:01: Mhm,
00:35:02: ja, hab ich damals in der Oberstufe auch gemacht.
00:35:05: Ich hatte Wirtschaft dann am Gymnasium.
00:35:08: Genau, das haben wir jetzt auch gemacht.
00:35:10: Und also, dann ging das los.
00:35:12: Im Oktober ging's, glaub ich, los.
00:35:13: Und es geht jetzt noch bis Ende des Monats.
00:35:17: Und dann haben die Kinder auch mal selbst dann in Gruppen sozusagen mal am Aktienmarkt so ein bisschen mitgewirkt.
00:35:22: Dann hast ja ein Startkapital von fünfzigtausend.
00:35:26: Es gibt ja mittlerweile auch noch einen... Wie nennt man das so ein Übungskapital?
00:35:31: Also da kann man einfach üben und also...
00:35:34: Ja, die haben fiktive Fünfzigtausend bekommen.
00:35:37: Zwei Mal.
00:35:37: Also einmal normal.
00:35:39: Und das ist auch das, was in die Bewertung eingeht.
00:35:41: Da gibt es ja so eine richtige Rangliste und die Top-Teams werden irgendwie dann, ich glaube, nach Berlin eingeladen oder so.
00:35:46: Aber
00:35:46: das war
00:35:47: jetzt auch nicht das Ziel von uns.
00:35:49: Und das andere ist halt sozusagen dieses Übungskapital.
00:35:51: Und bei diesem Übungskapital gibt es auch tatsächlich schon Kryptowährung.
00:35:54: Ah ja?
00:35:55: Ist das jetzt integriert?
00:35:56: Beim Normalen
00:35:57: noch nicht.
00:35:58: Weil ich auch nicht weiß, was das soll, für was war man jetzt.
00:36:01: Also, naja, gut.
00:36:02: Und genau, ja, das kam auf jeden Fall gut an.
00:36:06: Und dann haben wir uns halt natürlich mit dem Thema ein paar Einheiten beschäftigt, Börse, Unternehmen.
00:36:12: Wir haben auch eine Präsentation gehalten.
00:36:14: Bisschen auch um Aktienkurse, Verläufe und ja, sind dann natürlich am Ende, also wir haben jetzt die letzten drei Einheiten bei Bitcoin.
00:36:24: Gelandet und da haben wir erst mal angefangen.
00:36:27: ich habe den einfach mal das video von blue guy gezeigt zu Beginn weil das gute ist.
00:36:32: also das video geht ja recht lange aber wir haben schon viel was in dem video drin vorkam vorher schon behandelt.
00:36:38: also mit was ist geld und halt diese ganzen sachen dann werte speicher und so weiter.
00:36:44: und Deswegen war das für die Kinder einfach am Anfang zu folgen, weil die dann immer noch mal so gesehen haben, eier stimmt, das kennen wir schon, das kennen wir auch schon, bis dann irgendwann so dieser Bitcoin dann so mit reinkam.
00:36:54: Okay, das ist jetzt neu.
00:36:56: war das halt so, hat das Video ganz gut gepasst.
00:36:59: Ja, das Video von Blue Guy ist ja so ein Klassiker in der deutschsprachigen Bitcoin-Community, hat, glaub ich, auf fast zweihunderttausend Aufrufe auf YouTube.
00:37:07: Und als du das auch im Vorgespräch erwähnt hattest, hab ich gedacht, krass, deine Schüler wissen wahrscheinlich mehr über Geld und Finanzen als ... mehr ... neunzig Prozent der Menschen in Deutschland.
00:37:19: Oder vielleicht mehr, weiß ich nicht, plus-minus.
00:37:21: Ja.
00:37:22: Das ist ja schon ... eigentlich ... Tolles Privileg, was deine Schüler jetzt haben.
00:37:26: Hast
00:37:26: du auch gemerkt, was dich mit denen unterhalten?
00:37:28: Da kamen ja auch gute Antworten oder auch gute Fragen, die gestellt wurden.
00:37:31: Da war wirklich was dahinter.
00:37:33: Total.
00:37:33: Bin
00:37:33: ich auch sehr stolz auf die Kinder.
00:37:34: Wir
00:37:35: haben auch ein paar Video- oder Interview-Ausschnitte, die wir jetzt auch noch zeigen werden.
00:37:42: Was hast du von der Unterrichtseinheit mitgenommen?
00:37:44: Ich habe gelernt, dass Geld stark an Wert verliert durch Inflation.
00:37:49: Und deswegen müssen wir es schützen durch zum Beispiel Bitcoin.
00:37:54: oder Aktien?
00:37:55: Ich habe im Unterricht gelernt, dass man sein Geld nicht nur spart, sondern auch investiert, zum Beispiel in Bitcoin, Aktien, ETFs oder Immobilien und dass man das auch nebenbei um sein Geld auch vielleicht wachsen zu lassen als nur zu sparen und das dadurch auch nicht den Wert verliert.
00:38:14: Und wie hat sich deine Einstellung bezüglich Geld ausgeben jetzt verändert mit der Unterrichtseinheit?
00:38:20: Also ich habe natürlich sehr vieles aus der Unterrichtseinheit mitgenommen und dass ich halt sehr gut mit dem Geld umgehe.
00:38:26: Es hat irgendwie meine Mentalität geändert, dass ich halt mein Geld zukünftig halt dann investiere.
00:38:33: Aber in was weiß ich noch nicht, aber ich glaube so Richtung, naja, Aktien, ETFs und so weiter.
00:38:41: Also ich habe dadurch gelernt, dass ich nicht nur das Geld ausgebe für eigenen Zweck, sondern auch großen Teil investiere und mit Plan und dadurch das Geld wachsen kann als nur auszugeben und am Ende nichts mehr davon zu haben.
00:38:56: Was hast du in den letzten Wochen und vor allem heute dank dem Vortrag von Nicole über Bitcoin gelernt?
00:39:02: Also ich habe über Bitcoin gelernt, dass Bitcoin halt dezentral ist und zum Beispiel, dass sie halt keine Firmen haben und so.
00:39:09: Was ich heute über Bitcoin gelernt habe, ist, wie zum Beispiel es erstellt wird, also wie man es findet oder wie viel es kostet, so zum Beispiel mit dem Strom und eigentlich ganz vieles Neues, aber das meiste aber auch schon wusste ich schon zu Hause.
00:39:23: Du hast eben gesagt, dass du schon einiges vorher wusstest, wie lange beschäftigst du dich denn schon privat mit Bitcoin?
00:39:30: Also
00:39:30: nicht mit Bitcoin generell.
00:39:31: sondern mit Finanzen, Geld umhandeln und alles andere.
00:39:34: Seit Ende sechste Klasse kennen auch viele Leute, die sind da ganz oben.
00:39:40: und dann dachte ich mir so, ja, wie komme ich auch da hoch.
00:39:42: Hat dich irgendjemand auf das Thema gebracht oder war das eher Zufall, dass du drauf gestoßen bist?
00:39:47: Thema war das große Geld, was man bekommt, sehr geschätzt mal so, aber wenn mich auch dazu gebracht hat, waren also eingeschneidlich selber.
00:39:55: Also niemand hat mir so gesagt, hier machst du und so, sondern die haben mir natürlich gesagt, wie das klappt, aber so selber drauf denken war ich allein.
00:40:02: Was würdest du machen, wenn ich dir jetzt morgen hunderttausend Euro geben würde?
00:40:06: Also, um ehrlich zu sein.
00:40:10: Ja, erstmal vielleicht Gulaub machen, aber ich würde dann auf jeden Fall irgendwas sparen, wie wir es gelernt haben.
00:40:17: Also irgendwas an der Seite legen, investieren.
00:40:20: Mit den hunderttausend Euro könnte ich ganz vieles anfangen, aber natürlich werde ich die größten Anteile natürlich weglegen, bis ich achtzehn bin und danach es investieren kann.
00:40:30: und ja und danach einfach sparen, sparen und vielleicht mehr auch den Sportschülern, aber sonst ist alles gut.
00:40:37: Hört sich gut an, danke.
00:40:40: Was würdest du sagen, haben deine Schüler über Bitcoin gelernt?
00:40:44: Ja, also erstmal natürlich, du hast ja vorhin die Definition.
00:40:48: noch mal den gesagt, also gut, aber du hast es dann gemerkt, dass wir noch mal darüber geredet haben, weil die Wörter einzeln dann noch mal aufzuschlüsseln, ist gar nicht so leicht.
00:40:55: Dezentral, was zum Beispiel bekannt.
00:40:56: Genau,
00:40:57: knapp.
00:40:58: Das war auch direkt klar, was dann da so ein bisschen schwieriger war, war dann...
00:41:03: Drittpartei.
00:41:04: Genau, das mit der Gegenpartei.
00:41:06: Genau, ja.
00:41:08: Und sie haben aber generell auch verstanden, dass es halt ein extrem guter Wertespeicher ist, der auch vor Inflation schützt und dass man damit natürlich auch sein Geld vermehren kann.
00:41:18: Investitionsalternative,
00:41:20: ja.
00:41:20: Genau, richtig.
00:41:21: Und natürlich haben wir uns auch die letzte Stunde dann mit dem Mining beschäftigt, mit dem Hallwing.
00:41:27: Natürlich ist es jetzt so, die haben es so grob, jetzt auf dem Schirm, okay, das ist, ob wenn sich da mit jemandem beschäftigen will, da sind so ein, zwei Technikaffine mit drin.
00:41:37: Da könnte ich mir vorstellen, dass die sich dann auch so ein bisschen intensiver mit beschäftigen.
00:41:41: Die anderen werden wahrscheinlich, also das war es für die, was das angeht, das reicht.
00:41:44: Also die wissen jetzt, dass es das gibt, die interessieren sich auch dafür.
00:41:48: Werden da auf jeden Fall mal das so ein bisschen auf den Schirm haben, was sie dann in der Zukunft machen.
00:41:53: Was würdest du sagen, war interessanter für deine Schüler das Thema Aktien, ETS oder Bitcoin?
00:41:59: Hast du dann einen Unterschied festgestellt?
00:42:00: Das gerne ehrlich sein.
00:42:02: Das ist eine richtig gute Frage.
00:42:06: Also ich glaube tatsächlich, dass Bitcoin für sie interessanter war.
00:42:10: Woran machst
00:42:11: du das fest?
00:42:11: ... war für mich interessanter, weil ich so ... ... ich lieb das einfach mit den Unternehmen und dann so ... ... die Analysen auch zum ... ... also jetzt nicht nur Charteranalysen, sondern auch wirklich mal so ... ... so ein Deep Dive zu machen, was läuft bei dem Unternehmen, warum ist das passiert?
00:42:24: Manche Sachen sind ja sehr ... ... wie sagt man, sind es ja News belastet, also da kommt irgendwas und dann ... ... schlägt der Aktienkurs aus oder fällt runter und andere Sachen sind einfach auch ... ... fundamentale Daten zurückzuführen.
00:42:37: Und ja, natürlich Bitcoin ... war halt dieses.
00:42:41: da wurde noch mal einem so richtig gezeigt auch durch dieses bloger video Wie krass das esset sein kann wenn es gute zeiten hat.
00:42:49: also ich habe natürlich auch am ende des videos so ein bisschen gewarnt davor okay wir haben uns das jetzt mal angeguckt.
00:42:57: Das ist natürlich auch irgendwo kann man ja so ein bisschen sagen ein werbevideo für bitcoin wenn man mal ganz ehrlich ist.
00:43:04: ja also sind wir mal fair und Man muss natürlich den Kindern dann auch klarmachen, hier guckt mal, das ist natürlich eine Meinung, es gibt auch wieder andere, die sagen natürlich, ah nee, ich sehe das komplett anders, ich bin komplett dagegen, es ist immer sinnvoll sich mal mehrere Meinungen anzuhören und dann einfach, ja, sich halt ein eigenes Bild zu machen.
00:43:21: Und das Bild kann sich ja auch ändern mit der Zeit, wenn man sich mit dem Thema intensiver beschäftigt, dann kann es ja sein, dass es sich auch verändert.
00:43:28: positiv oder negativ ist jetzt ja mal egal.
00:43:31: Genau und da war es halt so dieses, also das war mir persönlich immer wichtig, immer den Kindern mitzugeben.
00:43:35: Guckt mal, das ist nur eine Option.
00:43:37: Es gibt Leute, die machen das, es gibt noch Leute, die finden das total blöd.
00:43:41: Ich sage jetzt zu niemanden hier, ihr müsst das jetzt machen, sondern ich zeige es ihnen, damit sie wirklich wissen, okay, es ist etwas da, womit ich mich schützen kann oder sogar meinen Vermögen vermehren kann.
00:43:53: Ja, ich hab das auch gemerkt an den Rückfragen, die waren ja auch kritisch mir gegenüber, weil ich dann meinte, ja, ich würd's niemandem empfehlen, aber für mich ist es halt Bitcoin only, also ich investiere oder spare in Bitcoin.
00:44:06: Und ich bin bereit, das Risiko zu tragen, weil ich einfach so eine große Chance in dem Thema sehe.
00:44:10: Und dann kam ja noch gegen Ende, dann ein Rückfall, ja, ist das nicht total riskant?
00:44:15: Und ja, ist es auch.
00:44:16: Also, beziehungsweise je nachdem, was du für ein Wissen man hat oder ... was für eine Erwartung man in die Zukunft hat, ist es halt riskant.
00:44:23: Und das, den Schüler nahezulegen oder überhaupt ihn nahezulegen, macht dir Gedanken, hör dir verschiedene Meinungen an.
00:44:32: Dass die so weit sind, denke ich, das war spürbar.
00:44:36: Ich hab denen auch gesagt, guck mal, die, die jetzt kommt, die ist Bitcoin only.
00:44:42: Und dann hab ich ihnen gesagt, jetzt guck mal mich an.
00:44:44: Ich bin halt auch jemand, ich versuch lieber so ein bisschen zu streuen.
00:44:48: Was natürlich den Aufbau hemmen kann, aber es kann es auch schützen.
00:44:52: Man weiß es ja nicht.
00:44:53: Man kann halt nicht in die Zukunft gucken.
00:44:55: Man braucht eine eigene Strategie.
00:44:59: Und dann muss man natürlich halt dieser Strategie auch folgen.
00:45:02: Man kann ja auch irgendwann mal dann nochmal ein anschließendes Resumé ziehen.
00:45:06: Und dann kann man die Strategie natürlich auch nochmal ändern.
00:45:09: Aber man sollte schon bei etwas bleiben.
00:45:11: Erst mal, wenn man sich dafür entschieden hat, man hat sich ja vorher die Gedanken gemacht.
00:45:15: Und das kam, denke ich, auch in der Einheit ganz gut rüber.
00:45:17: Wir sind ja auch noch gar nicht ganz fertig.
00:45:18: Wir werden noch ein bisschen was machen, aber jetzt auch nicht mal so lange.
00:45:21: Und dann ist, denke ich, erst mal gut.
00:45:24: Gibt es Fragen zu Bitcoin oder Reaktionen, die dich überrascht haben bei den Schülern?
00:45:30: Positiv wie?
00:45:31: Ich fand, die Fragen, die sie gestellt haben, ziemlich gut auch.
00:45:34: Sie waren auch sehr ... Hast ja auch am Ende gesagt, die eine Frage hast du noch nie gehört.
00:45:38: Ich weiß
00:45:39: gar nicht mehr den genauen Wortlaut wie
00:45:41: du.
00:45:42: Was das eine Ding bei Bitcoin ist, was ... Mich am meisten fasziniert, glaube ich.
00:45:47: Das hat einer gefragt.
00:45:48: Moment, ich muss jetzt erst mal nachdenken.
00:45:51: Ja, genau.
00:45:53: Ja, da bin ich schon wirklich schwer beeindruckt.
00:45:57: Und ... denkst du, dass Schule allgemein ausreichend vorbereitet auf Geld, Geldsystem?
00:46:06: Weil deine Schüler sind, denke ich, ganz gut vorbereitet.
00:46:10: Zumindest wissen sie jetzt, woran sie denken können oder wo sie auch mal ... weiter regieren können, falls Interesse da sind.
00:46:17: Aber allgemein?
00:46:19: Nee, leider, also im Großen, ich will jetzt nicht sagen gar nicht, aber fast gar nicht.
00:46:24: Also natürlich, du hast auch gesagt, du warst auf dem Wirtschaftsgymnasium, da hattest du das auch mal mit Plan-Spielbörsen.
00:46:29: Ich hatte Wirtschaft auf dem allgemeinen Gymnasium, aber das war quasi Glück, weil ein Lehrer diese Zusatzqualifikation für Wirtschaft hatte bei uns in der Stadt.
00:46:36: Also es gibt es halt auch an manchen Schulen, gibt es das, aber das ist dann auch, ja, also halt ... sehr wenig Schulen.
00:46:42: Aber ich muss gestehen, ich hab das, was du deinen Schülern beibringst, nicht gelernt im Wirtschaftsunterricht an der Schule und nicht mal an der Uni.
00:46:49: Ja.
00:46:50: Deswegen meinte ich ja, deine Schüler lernen was, was neunzig Prozent der Menschen selbst Uni-Absolventen nicht lernen.
00:46:58: Ja.
00:46:59: Also bei uns geht's, also ja, insgesamt ging's ja auch viel darum, die so ein bisschen wegzubringen von diesem Überkonsum.
00:47:08: Also ... Ich muss ehrlich sagen, ich weiß nicht, ob ich das hingekriegt hab in den Köpfen.
00:47:13: Das war immer so.
00:47:14: mein, oder ist mein Ziel, dass ich so ein bisschen, dass sie jetzt nicht hingehen und sagen, wenn ich denen jetzt mal einen Stausend Euro geben würde, dann wär's in zwei Wochen weg.
00:47:20: Dann wär jeden Tag Party und mit der Limousine abholen zur Schule und so einen Quatsch würden die vielleicht machen, weil es jetzt
00:47:26: nicht ... Premium Döner.
00:47:27: Ja, genau.
00:47:29: Und dass sie einfach halt so ein bisschen auch realisieren, ich brauch nicht alles.
00:47:37: Also ich ... ... muss mir auch mal was gönnen, das ist für jeden, ... ... also klar, da hat jeder Lust drauf.
00:47:41: Und gerade in jungen Jahren ... ... macht man sowieso das, also ... ... jeder von denen, die jetzt auch mal hier ... ... dann am Ende rausgehen werden, ... ... die werden auch mal ihr Geld ... ... für einige Sachen ausgeben, ... ... wo sie danach merken, ... ... okay, das hätte ich eigentlich nicht gebraucht.
00:47:52: Aber das ist gut, die Erfahrung.
00:47:53: Wenn sie es dann reflektieren können, ... ... dann nochmal so auch ein Gedanken haben, ... ... an die Einheit zurück, ... ... und denken, ah ja, stimmt, ... ... ah, das wird mir doch sogar früher gesagt, ... ... dann habe ich schon viel gewonnen ... ... oder viel erreicht.
00:48:04: Ja, und das ist halt, denke ich, ... ... auf jeden Fall was Positives.
00:48:07: Nimmst du das auch so wahr?
00:48:09: Also Konsumwarn hast du angesprochen?
00:48:11: Nimmst du wahr, dass deine Schüler viel konsumieren oder das allgemeine Gesellschaft wahnsinnig viel konsumiert?
00:48:17: Ja, extrem.
00:48:18: Es werden jeden Tag Sachen bestellt.
00:48:21: Guck dir doch mal an, die ganzen Amazon-Boten, meine Eltern auch, die bestellen ständig kommende Pakete.
00:48:28: Wenn du jetzt auf den Schulhof gehen würdest, würdest du jetzt irgendeinen Schüler, der jetzt vielleicht nicht in der Gruppe ist, fragen, was würde er jetzt mit hunderttausend Euro machen?
00:48:35: Ich hab das mal gemacht, tatsächlich vor ein paar Tagen.
00:48:38: Wirklich mal aus Spaß.
00:48:39: Man hat einer gesagt, der ist auch in der neunten.
00:48:41: Herr Spat, ich würde mir Lamborghini kaufen.
00:48:44: Ich würde mir erst mal die neue Stone Island-Kollektion kaufen.
00:48:48: Was?
00:48:49: Sony Island?
00:48:49: Stone Island.
00:48:50: Stone Island.
00:48:50: Das ist so eine Klamotten-Marke.
00:48:52: Die machen so Polis
00:48:53: für zwei bis, ich hab keine Ahnung, dreihundert Euro.
00:48:56: Jacken für über tausend Euro.
00:48:57: ... und ja, halt irgendwie irgendwelche Markenklamotten ... ... und Autos und was weiß ich, also halt ... ... ihr Geld halt wirklich verpulvern.
00:49:06: Und ich war ja genauso, das ist ja das, was mich so ... ... also deswegen habe ich diese Leidenschaft so in mir drin.
00:49:12: Also man sagt immer ... ... in der Lehrerausbildung, ich bin ja auch ... ... Ausbilder für Referendare, ... ... man sagt immer Lehramtsstudenten oder Referendaren, ... ... ihr müsst vor euer Fach brennen, ... ... aber es gibt halt einfach ein paar Themen.
00:49:28: Also ganz ehrlich, für dich kannst du nicht brennen.
00:49:30: Wenn ich jetzt mit den Zehnern Thema DDR mache.
00:49:35: Natürlich, am Ende kann man dann schon sagen, ja, das war super, als dann die BRD wieder vereinigt wurde.
00:49:41: Aber davor hast du halt mal so Tristestunden.
00:49:43: Das ist ja auch schon für die Kinder total uninteressant, also das Dehnen so extrem mit so einer Euphorie rüberzubringen.
00:49:49: Oh, ist super.
00:49:50: damals, BRD, Wirtschaftswunder und drüben der DDR war alles blöd.
00:49:53: Wie willst du dafür brennen?
00:49:55: Also du, klar.
00:49:56: Es geht schon, das cool zu machen, dass die das mitnehmen, aber es ist halt so ... Also, man ... ja, man brennt vielleicht schon für das Fach, aber bei einzelnen Themen ist es schon immer mal schwierig, da was rauszuholen, dass so diese Motivation, auch diese Euphorie halt für die Kinder da ist.
00:50:12: Und ... bei diesem Thema hab ich in mir drin, ist ein Feuer entzündet, weil ich einfach auch so mir selbst in den Arsch speisen könnte.
00:50:20: Meinst du, bei Spanen und Investieren
00:50:22: ... Ja, also ... Ärger mich jetzt nicht, dass ich nicht damals schon so krass angefangen hab zu investieren, sondern dass ich halt so konsumiert hab.
00:50:30: Also, darum geht's mir.
00:50:31: Mir geht's gar nicht darum, dass ich jetzt hier das extrem große, keine Ahnung, Vermögen angehäuft hab, sondern einfach, dass ich halt mein Geld für so viele Sachen ausgegeben hab, die ich einfach nicht gebraucht hab.
00:50:45: Und das ist auch ein Problem, was ich in der Gesellschaft heutzutage immer noch sehe.
00:50:48: Mhm, ja, okay, ja, kann ich nachvollziehen, woher diese Wahrnehmung kommt.
00:50:53: dass Konsum gerade auch bei jungen Leuten so einen großen Stellenwert hat.
00:50:56: Es wird sich auch viel definiert, jetzt wo du die Klamottenmarke angesprochen hast über Konsum.
00:51:03: Würdest du sagen, Bitcoin ist mehr ein Finanzthema oder eher ein Gesellschaftsthema?
00:51:11: Also ich bin als Finanz, also als es für mich ein Finanzthema war eingestiegen.
00:51:16: Mittlerweile sehe ich schon ein bisschen anders.
00:51:18: Also es ist schon auch ein Gesellschaftsthema.
00:51:22: Also wenn du jetzt die Wirtschaft mit dazu zählst, also ich rede jetzt gar nicht von dem, dass man sein Geld vermehrt, sondern generell, wie die Wirtschaft funktioniert.
00:51:30: Aber ja, also ich persönlich beschäftige mich jetzt bei Bitcoin eher mit dem finanziellen, also mit dem Finanzthema.
00:51:38: Aber mir ist natürlich klar, dass es auch an anderen Stellen natürlich viele positive Eigenschaften hat.
00:51:43: Ja, gesellschaftliche Implikation, okay.
00:51:46: Kommen wir zu den großen Gesellschaftsthemen.
00:51:50: Was gibt dir ... aktuell Hoffnung in der Gesellschaft oder auch im Bildungssystem.
00:51:55: Das frage ich dich extra deswegen, weil du so einen positiven Eindruck auf mich machst.
00:52:02: Das ist eine gute Frage.
00:52:07: Also ich zum Beispiel hab das Gefühl, man kann schon auch Hoffnung haben für die Zukunft unserer Kinder oder der Schüler, wenn man dich sieht, wie du mit den Schülern interagierst und wie die auf dich reagieren.
00:52:28: Das ist ja so eine Frage, die bezieht ja so ein komplettes System ein.
00:52:33: wo ich dann auch wirklich viele andere Schüler sehe, die ich gar nicht kenne oder andere Lehrer oder Bildungseinrichtungen.
00:52:40: Und das fällt mir sehr schwer, auf sowas zu antworten, weil ich bin so ein Typ, ich konzentriere mich auf mich und hol so das Beste aus mir und meinem Umfeld raus und versuch da halt das Beste daraus zu machen.
00:52:50: Deswegen kann ich diese Frage gar nicht so beantworten.
00:52:52: Also ich kann nur beantworten, was gibt mir Hoffnung für mich, dass ich halt in den nächsten Jahren ... ist halt schaffe, möglichst viele Schüler zu erreichen, nicht nur beim Thema investieren, sondern oder generell, wenn es um Geld geht, sondern auch, dass sie eine gute Schulzeit haben, dass sie positiv zurückblicken, dass Schule nicht so ätzend war.
00:53:10: Und wir haben hier an unserer Schule, weil wir auch ein spezielles Konzept haben, was ein bisschen anders ist als normal, viele Schüler, die auch wirklich sagen, dass sie gerne in die Schule gehen.
00:53:20: Also das würden die nicht sagen, wenn es nicht so wäre.
00:53:22: Die würden dann auch sagen, wenn sie nicht gefällt, weil so ehrlich sind die.
00:53:28: Und ja, dass ich halt einfach da versuche, das Beste rauszuholen und auch Kinder, die aus einer eher niedrigeren Bildungsschicht kommen, dass ich schaffe, den einen Weg zu weisen, wie sie in ihrem Leben klarkommen.
00:53:42: Also dann vielleicht auch in eine Ausbildung rein.
00:53:44: Wir machen ja hier auch sehr viel mit Berufsorientierung, wo wir dann auch, wir haben hier extra einen Coach im Haus, der mit den Kindern auch Bewerbungstraining macht.
00:53:53: Lebensläufe schreibt und verschiedene Stellenhaus sucht.
00:53:56: Wir haben hier dann immer mal wieder Zeiträume, wo die Kinder Praktika absolvieren können.
00:54:02: Und ja, das ist halt hier extrem wichtig.
00:54:05: Ja, ich finde deine Antwort fast schon inspirierend, weil manchmal ertapp ich mich dabei, dass ich immer noch diesen großen Lösungen suche für die Gesellschaft.
00:54:15: Ja, es braucht das und es braucht Bitcoin und vielleicht das noch und so.
00:54:18: Aber letzten Endes.
00:54:20: kann jeder bei sich selbst anfangen und schöpft ja jeder auch die Hoffnung irgendwie auf seinem persönlichen Feld oder auf seinem Glaubenssystem.
00:54:28: Und das erinnert mich an einen Kommentar von einer Schülerin, mit der ich heute gesprochen habe, die meinte, ja, die Welt wäre ein besserer Ort, wenn es keine Menschen gäbe.
00:54:37: Eine harte Aussage, aber ja, kennt man von einigen Menschen heute, die auch sagen, ich will keine Kinder in die Welt setzen, weil die Welt so schrecklich ist und so.
00:54:45: Aber die gute oder eine gute Antwort oder eine mögliche Antwort wäre ja, na ja.
00:54:49: dann sei doch der Mensch, den du sehen willst in der Welt und so scheinst du das zu machen.
00:54:55: Ja, also zum Beispiel jetzt auch, wenn wir mal wieder zurückkommen auf das Thema finanzielle Bildung.
00:55:00: In unserer Gesellschaft werden immer versucht, Lösungen, keine Ahnung, zu konstruieren, die von oben halt herabgreifen.
00:55:09: Wir versuchen wieder irgendwo Steuern einzugenerieren, keine Ahnung, dass irgendwelche Reichen mehr zahlen müssen oder wir irgendwie versuchen wieder die Lücke.
00:55:20: oder die Schere zwischen Arm und Reich zu schließen, aber das klappt ja auch meistens nie so gut, wie es eigentlich gedacht ist.
00:55:26: Und ich denke mir halt, der effektivste Ansatz ist ja eigentlich, wenn ich von unten eher daran komme, also da wo ich stehe, wenn ich die Schere zwischen Arm und Reich bekämpfen will, ist doch eigentlich das effektivste, was auf jeden Fall etwas hilft, also bei einem einen vielleicht mehr, bei dem anderen weniger, wenn ich finanzielle Bildung in der Schule direkt an den Mann bringe.
00:55:48: Da kann doch niemand sagen, dass es nichts bringt.
00:55:51: Das ist doch auf jeden Fall ersichtlich, dass man zumindest einen positiven Nutzen davon hat, inwieweit sei jetzt mal dahingestellt, ob mehr oder weniger.
00:56:00: Aber so versuche ich halt dann auch zu arbeiten, dass ich von unten halt versuche, also da, wo ich bin, das Beste rauszuholen.
00:56:06: Das von oben kannst du sowieso nicht beeinflussen.
00:56:09: Und gegen das System, wenn man jetzt sagt, kommt man sowieso nicht an, das klingt immer ein bisschen depressiv oder irgendwie so deprimierend, aber ... Im Prinzip ist es ja eigentlich auch so.
00:56:19: Ja, du scheinst das Beste draus zu machen.
00:56:21: Ja, auf jeden Fall.
00:56:24: Ich habe mit ein paar Schülern auch über die Zukunft gesprochen, über deren Berufswünsche, und da waren ein paar dabei, die wirklich auch schon konkrete Vorstellungen hatten und die sich auch selbstständig machen wollen.
00:56:34: Irgendwann war ich ja auch total beeindruckt und dachte, wow, wenn man dieses ganze Potenzial auch nutzen würde, vielleicht auch mehr Unternehmertum den Schülern beibringen würde, in welcher Welt wären wir dann?
00:56:44: Aber jetzt mit Blick auf die Veränderungen, Digitalisierung, künstliche Intelligenz, Jobs, die wegfallen, glaubst du, für deine Schüler wird sich noch ... mehr verändern, als wir heute glauben?
00:56:56: Oder wie würdest du heute auf das Thema Berufswahl blicken?
00:57:05: Ja, es ist schon ein sehr spannendes Thema.
00:57:09: Also, was ich immer noch wahrnehme, ist die handwerklichen Berufe nehmen immer weiter ab.
00:57:14: Also immer weniger Kinder interessieren sich für das Handwerk und gerade bei uns müssten sie eigentlich mehr sein, weil wir sind hier an einer Realschule oder ein bisschen Realschule Plus.
00:57:24: Und die Kinder haben halt immer noch sehr ... Ja, also ich will jetzt nicht sagen, utopische Vorstellungen, aber ... Also sie müssen sich in ihrem Verhalten noch ändern oder auch in ihrem Mindset, um da hinzukommen, wo sie hinkommen wollen.
00:57:39: Und bei einigen ist das auf jeden Fall noch ein weiter Weg.
00:57:43: Also ich bin nie der Lehrer, der zu irgendeinem Kind sagt, du schaffst das nicht.
00:57:47: Aber ich sag immer ... Wenn du das schaffen willst, also so wie du jetzt gerade bist, schaffst du es nicht.
00:57:52: Du musst dich in deinem Verhalten, in deinem Denken, musst du dich ändern.
00:57:57: Kannst du ein Beispiel machen?
00:57:59: Ja, also jemand, der jetzt hier drei Jahre im Unterricht sitzt und halt erstens hat er vier und fünf.
00:58:08: Nur hat seine Deutschkenntnisse sind nicht gut, weil er vielleicht auch noch nicht lange in Deutschland ist, aber er ist jetzt mal zumindest zwei, drei Jahre hier.
00:58:16: sagt dann, in der neunten, er will aufs Gymnasium gehen, erst mal.
00:58:20: Und will dann Arzt werden, was ja an sich so sehr erbar ist.
00:58:25: Ja, es ist auch natürlich so ein bisschen so eine... Ja, auch so eine Art Traumvorstellung.
00:58:31: Aber ich sehe halt noch dieses, also bei uns, wir haben halt in den letzten Jahren viele Zehnklässler gehabt, die aufs Gymnasium gegangen sind.
00:58:41: Und ganz viele hatten so viele Schwierigkeiten und sind auch sogar dann, wie doch, haben dann doch aufgehört, haben dann doch was anderes gemacht, weil der Unterschied heutzutage zwischen Realschule und Gymnasium, also der ist nicht mehr so wie früher, sondern der ist jetzt mittlerweile so.
00:58:56: Also bei uns ist das Niveau, also jetzt nicht nur bei uns an der Schule, sondern generell an vielen Realschulen ist das Niveau die letzten Jahre gesunken.
00:59:03: Durch die Zusammenlegung von Hauptschule und Realschule.
00:59:05: Und weil halt auch mehr Migration die letzten Jahre hierher kam.
00:59:09: Und die sind, also die ja dann natürlich auch halt erstmal Deutsch lernen müssen und dann auch mit dem unteren Stoff nicht dann sozusagen klarkamen.
00:59:17: Und wenn du jetzt natürlich, guck mal, jetzt stell dir mal vor, du würdest das gleiche Unterrichtsniveau auf Dauer halten.
00:59:22: Und du kriegst aber andere Schüler neu dazu, die noch nicht so gut Deutsch sprechen.
00:59:27: Und die haben alle jetzt nur Fünften in deiner Klasse.
00:59:29: dann sind die ja alle nur den ganzen Tag schlecht drauf.
00:59:32: Also was machst du dann später als Lehrer?
00:59:35: Du machst den Test vielleicht ein bisschen einfacher, weil du halt dann willst auch mal, dass die Erfolgserlebnisse haben.
00:59:40: Und weißt du, dann ist das ja nicht nur bei dem einen Test, sondern dann machen das noch andere Lehrer, dann wird das immer wieder öfter gemacht.
00:59:45: Und so, das ist halt so ein Schleichen der Prozess, wo das Niveau halt absinkt.
00:59:50: Und dadurch entsteht halt diese, dass die Schere zwischen dem Unterrichtsniveau, zwischen Realschule und Gymnasium halt immer größer wird.
00:59:59: Und dann, wenn die Kinder – jetzt stell dir vor, wir haben eine zehnte Klasse – und dann haben Kinder sozusagen hier zwei und ein, weil die sind im Verhältnis zu schwächeren Schülern halt schon gut.
01:00:12: Ja, und dann gehen die Kinder aber aufs Gymnasium und dann kriegen die, also im übertragenen Sinn, Schellen, wenn die Arbeiten schreiben oder für irgendwelche Tests lernen müssen, weil der Unterschied so krass ist, dass die das selbst halt vorher gar nicht wahrgenommen haben, wie sehr der Abstand da noch ist.
01:00:28: Da müssen halt einige Kinder deutlich mehr machen.
01:00:31: Das heißt, sie müssen zu Hause mehr lernen und das machen halt auch immer weniger.
01:00:35: Weil du halt auch heutzutage mehr Ablenkungen hast durch digitale Medien.
01:00:42: Viele sitzen dann zu Hause am iPad.
01:00:44: Die spielen dann ja auch nur Spiele.
01:00:47: Da geht's ja auch immer viel um diesen kurzfristigen Kick dann auch bei TikTok.
01:00:50: Dann geht das nächste Video wieder, dann kommen wieder irgendwelche Spiele, die dann da ... Also, ich bin selbst Gamer.
01:00:55: Mittlerweile nicht mehr so wie früher, aber ich hab auch viel Videospiele gezockt.
01:00:58: Wenn einer für Spiele Verständnis hat, dann ist ... Ich bin jetzt nicht irgendwie Anti gegen Videospiele.
01:01:04: Aber was da teilweise heutzutage wirklich abgeht, damit stehne sich halt selbst im Weg,
01:01:11: ja.
01:01:11: Was wünschst du dir für deine Schüler für die nächsten zehn, zwanzig Jahre?
01:01:18: Dass sie es schaffen, relativ schnell einzusehen, dass sie so aus dieser digitalen Welt wieder ein bisschen rauskommen.
01:01:26: Also, ich bin ein sehr großer Freund von Fortschritt, aber ich sehe halt auch dann ein Thema Handy.
01:01:33: Ich bin tatsächlich einer von den Lehrern, die meistens gegen das Handy in der Schule sind.
01:01:39: Da gibt es ja auch so Diskussionen.
01:01:40: Weil ich sehe einfach in der Praxis, die meisten machen damit nur Schrott.
01:01:44: Ich hab das ja gesehen.
01:01:45: am Anfang der Schulstunde, die ich dann noch erst mal beobachtet haben, mussten alle noch vorne kommen und ihr Handy quasi nehmt das Pult in so ein bestimmtes, was ist das, so ein Stoffbeutel quasi reinstecken, jedes Handy war ich auch ganz verwundert, weil in meiner Zeit gab's ... Zwei Hennys schon, aber es gab halt keine soziale Medien.
01:02:04: Also gab's halt Snake auf einem Nokia-Dreisigzehn.
01:02:07: Das war das höchste Allgefühl.
01:02:08: Ja, natürlich, das hat man auch mal gespielt unter der Bank im Unterricht.
01:02:11: Ja, ich auch, gebe ich zu.
01:02:13: Aber das ist doch schon wieder der Beweis.
01:02:15: Es lenkt einen ab und heutzutage spielst du nicht nur das Spiel, sondern du checkst kurz WhatsApp, dann kriegst du ne Snapchat.
01:02:20: Dann kriegst du, gehst du kurz auf TikTok.
01:02:23: Dann googelst du irgendwas.
01:02:24: Dann stellt einer, geht kurz auf JGBT, versucht dann da irgendwas zu machen.
01:02:31: Also können wir auch noch mal gleich gerne draufkommen auf KI.
01:02:32: Ich bin auch ein sehr großer Fan davon.
01:02:34: Aber es ist halt auch was, was teilweise bei vielen in die falsche Richtung geht.
01:02:39: Und das ist natürlich dann halt insgesamt zu viel.
01:02:41: Ja, dann filmen die sich gegenseitig, dann beschwert sich der eine über den anderen auf mich zu filmen.
01:02:46: Herr Spath, der filmt mich.
01:02:48: Dann muss ich natürlich wieder eingreifen, dann stört das wieder mal in Unterricht, dann ist da wieder ein Bruch drin.
01:02:53: Und ich denke, wenn du generell irgendwo vorträgst und jemand nervt oder fällt ins Wort oder unterbricht das, bringt das ja auch jedes Mal dich kurz raus.
01:03:02: Das ist
01:03:02: natürlich auch dann anstrengend.
01:03:03: Einer deiner Schüler sagte zu mir, meine Aufmerksamkeitsspanne ist wirklich nicht so groß.
01:03:08: Der hat das schon selber erkannt.
01:03:10: Weil ich aber auch beeindruckt von dieser Selbsterkenntnis.
01:03:13: Ja, das stimmt.
01:03:16: Okay.
01:03:18: Wir würden so langsam zum Schluss kommen.
01:03:19: Ich habe noch ein paar kürzere Fragen.
01:03:22: Aber du hast das Thema KI oder Chatchi-PD-Nummer angesprochen.
01:03:26: Wie wirkt sich das auf den Schulunterricht aus?
01:03:30: Ja, also es ist tatsächlich so, dass wir gar nicht mehr so viele Abgaben haben.
01:03:35: Also bei uns an der Schule gibt es auch keine Hausaufgaben.
01:03:40: Wir haben also Phasen im Unterricht während der Schule, wo man die Aufgaben machen soll, die man hier bekommt.
01:03:47: Also die sollen natürlich trotzdem im Normalfall zu Hause lernen.
01:03:50: Aber es gibt jetzt nicht, dass ich jetzt sage, du machst jetzt bitte bis morgen im Bruch seit neunzig die Nummer zwei.
01:03:55: Das gibt es gar nicht
01:03:56: mehr.
01:03:56: Also bei uns an der Schule.
01:03:57: Da sind wir ein Sonderfall.
01:03:59: An anderen Schulen ist das so.
01:04:00: Deswegen kann ich jetzt gar nicht beurteilen, wie stark hier bei mir an der Schule das wäre, dass die Jet-TBT für die Hausaufgaben benutzen.
01:04:07: Ich kann mir vorstellen, dass es an anderen Schulen, oder ich weiß es auch von anderen Schulen, dass es da schon immens ist, was auch so Leistungsabfragungen abgeht.
01:04:15: Oder wenn du halt zum Beispiel die kriegen Aufträge, wo sie selbst was anfertigen müssen für Zuhause, Ausarbeitung oder so, da nutzen die es halt auch viel.
01:04:24: Und die Kinder ... Also bei uns in der Schule sind halt noch kein Meister darin, das zu verbergen.
01:04:29: Also da wird dann... Man sieht es halt direkt, ja.
01:04:32: Wenn jetzt dann plötzlich jemand, der seit einem halben Jahr hier ist, der fast noch kein gutes Deutsch kann, dann irgendwie so ein Satz schreibt mit... Ja, keine Ahnung.
01:04:46: Die Europäische Union ist ein Zusammenschluss von sieben und zwanzig europäischen Staaten.
01:04:51: Und das wurde ... Weißt du was ich meine, so halt perfekt geschrieben wurde auch dann teilweise noch Wörter drin sind, wo du denkst, das hätte nicht mal ich benutzt, das
01:04:58: Wort.
01:04:58: Ja, genau.
01:04:59: Und dann gehst du mal hin, was heißt denn das Wort?
01:05:01: Und dann gucken die sich halt so an und dann, ja ... Was ist dann halt natürlich so ein bisschen ... nicht so sinnvoll, ja.
01:05:10: Also, da arbeiten wir aber auch dran.
01:05:13: Ich bin generell dafür, wenn die ... Also, wenn ich denen eine Aufgabe gebe und ich sehe, dass die es benutzen, selbst wenn die dann so noch so schlau werden und würden sagen, schreib ist nicht so gut, dass es nicht auffällt, dann würde ich direkt so denken, ey, der hat's drauf, damit zu arbeiten.
01:05:27: Er hat sich was dabei gedacht, wie ein Tatschi-PT-Sort.
01:05:29: Genau das brauchen wir.
01:05:31: Dass man lernt, wie kann man es perfekt nutzen, weil wenn die das gut nutzen können, haben die schon mal einen riesen Vorteil.
01:05:38: Die, die es halt einfach nur abschreiben.
01:05:40: Und dann schreiben die unten drunter noch diesen Satz ab.
01:05:43: Ja, genau.
01:05:45: Hättest du gerne noch eine extra Definition oder so?
01:05:50: Und du schreibst einfach nur unter Nein.
01:05:51: Danke.
01:05:52: Das reicht mir.
01:05:53: Wenn du das trägst als Vera.
01:05:54: Okay.
01:05:56: Das ist ja fast schon wieder lustig.
01:05:57: Ja, okay.
01:05:58: Ja, aber es gibt viele Herausforderungen, die, glaube ich, mit dem digitalen Zeitalter noch zu lösen sind für die nächsten Jahre vor allem an Schulen.
01:06:06: Ich hab zum Abschluss jetzt noch fünf kurze Schnellfragen.
01:06:09: Darfst du auch lange antworten, wenn
01:06:10: ... Ich geb mir Mühe, es kurz zu halten.
01:06:13: Okay, also wenn du deinen Schülern eine einzige Sache fürs Leben mitgeben könnt, das wäre das.
01:06:27: Ich lese gerade aktuellen Buch, das heißt Psycho-Kepaniatik, da geht es so ein bisschen darum, um das Selbstbild, was man von sich selbst hat und auch, dass man dieses Selbstbild ändern kann.
01:06:38: und dann geht es auch so ein bisschen um Glück, wie man extrem glücklich ist.
01:06:43: Oder was heißt extrem?
01:06:44: Also wie man einfach dann, dass man sich mehr darauf konzentrieren soll, dass man glücklich ist.
01:06:48: Man soll jetzt nicht warten, ich bin erst glücklich, wenn ich nächste Woche mir das Auto gekauft habe.
01:06:52: Ich bin erst glücklich, wenn das Schuljahr rum ist.
01:06:55: Sondern man wartet immer auf einen gewissen Tag.
01:06:58: Also so machen es ja viele.
01:07:00: Und dann ist man dann angekommen und dann ist es doch irgendwie gar nicht so, wie erwartet, sondern dass man eher halt versucht, im Jetzt zu leben und sein Glück zu genießen.
01:07:10: Also würdest du deinen Schülern dieses Buch empfehlen?
01:07:13: oder die Message.
01:07:14: Ja, ich würde es vielleicht selbst noch mal ein bisschen einfacher aufbereiten, das Buch jetzt so an sich in einem Klobber durchzulesen für das Alter.
01:07:21: Ja, jetzt vielleicht nicht unbedingt.
01:07:22: Große Herausforderung, ja.
01:07:23: Aber genau das wäre so, dass ich den mitgeben würde, dass man alles schaffen kann, dass man sich nicht negativ einreden soll, dass man nicht über sich selbst schlechtreden soll und immer versuchen soll.
01:07:35: Also es ist egal, was andere sagen.
01:07:36: Man muss unterscheiden zwischen Fakten und Erfundenem.
01:07:42: Dieser Arzt, der das Buch geschrieben hat, hat auch gesagt, seine Mutter hat gesagt, wie willst du den Arzt werden?
01:07:52: Wir haben doch gar kein Geld.
01:07:54: Und er hat gesagt, dass wir gar kein Geld hatten.
01:07:57: Also seine Eltern damals, das war ein Fakt gewesen, das war eine Tatsache.
01:08:02: Aber dass er deswegen kein Arzt werden konnte, das war nur ein Glaube.
01:08:06: Und das hat dann nicht gestimmt, wie man auch gesehen hat.
01:08:09: Man muss halt unterscheiden, man darf sich nicht von anderen Leuten irgendwie ... ... vorgeben lassen und auch keine Grenzen.
01:08:15: Ich bin der Meinung, ... ... jeder kann viel mehr auf sich rausholen, ... ... als er das macht.
01:08:22: Auch ich.
01:08:23: Und das ist auch was, wo ich halt an mir ... ... so versuche, immer wieder zu arbeiten.
01:08:27: Was ist Bitcoin für dich heute?
01:08:32: Das stärkste Asset.
01:08:34: Und ich sehe in Bitcoin ein hohes Potenzial, ... ... auch in der Zukunft.
01:08:39: Und ich bin mir auch sicher, auch wegen der Knappheit, ... ... dass es in Zukunft weitersteigen wird.
01:08:44: und man damit auch natürlich sein Geld vermehren kann.
01:08:47: Und was würdest du dir von Politik und Gesellschaft wünschen mit Blick auf Bildung oder im Umgang mit Bildung?
01:08:56: Dass die finanzielle Bildung in der Schule verpflichtend eingeführt wird in kleinen Einheiten.
01:09:04: Man muss jetzt, also ich bin gar nicht dafür, dass man jetzt ein eigenes Fach dafür macht.
01:09:08: Es reicht aus, es gibt ja auch immer mal wieder jedes Schuljahr so eine Woche, wo man so Workshops hat.
01:09:14: Das nennt sich an vielen Schulen Lernen Lernen, da macht man eine Woche ja so bisschen mit dem Klassenlehrer verschiedene Übungen zu irgendeinem Thema.
01:09:23: Das kann auch mal Thema Mobbing sein oder ja irgendwelche anderen Themen, dass man da halt auch mal die finanzielle Bildung halt mit rein nimmt und den Kindern das so ein bisschen näher bringt.
01:09:35: Vielleicht eher in den höheren Klassen, das würde ausreichen, aber so vielleicht zum Klasse neun, zehn an Gymnasium gerne auch noch mal in der Oberstufe.
01:09:44: Das wäre schon was Gutes.
01:09:46: Und was würdest du Eltern raten, die sich Sorgen machen und die Zukunft ihrer Kinder?
01:09:53: Ich wüsste gern mal, wie viele Sorgen sich meine Eltern früher gemacht haben.
01:09:56: Die haben sich auch sehr viele Sorgen gemacht immer mal wieder.
01:10:01: Man sagt ja immer, Pubertät ist die Zeit, wenn die Eltern anfangen, schwierig zu werden.
01:10:07: Und natürlich ist das für die Eltern auch mal dann was Neues, wenn die Kinder dann gegen alle Regeln sind.
01:10:15: Die meisten ecken ja dann extrem an mit ihren Eltern und mit den Regeln, dass man sich als Elternteil... Also, es ist wichtig, immer Grenzen aufzuzeigen.
01:10:26: Man soll nie alles durchgehen lassen, auch wenn es dann Riesenstreit gibt.
01:10:32: Und trotzdem soll man natürlich sein Kind unterstützen, dass ich das Kind auf einen verlassen kann.
01:10:38: Und das sollte auf jeden Fall... Ja, so.
01:10:43: Also, das ist so für mich der Way to go.
01:10:47: Letzte Frage.
01:10:50: Auf meinem Kanal ist der Altersdurchschnitt relativ hoch.
01:10:53: Ich habe es ja auch deinen Schülern erzählt.
01:10:56: Auf jeden Fall vierzig plus.
01:10:58: Falls sich aber doch noch mal ein junger Schüler hier verirrt und dieses Interview sieht, was möchtest du ihm oder ihr direkt sagen?
01:11:08: Sehr schöne Frage.
01:11:11: Ja, beschäftigt dich mit finanzieller Bildung.
01:11:16: guckt ihr an wie eine Inflation entsteht, guckt ihr mal an wie die Börse funktioniert, wie Krypto funktioniert, also überwiegend Bitcoin, also von den anderen Kryptosachen bin ich jetzt nicht so entfernt, aber das muss ja jeder für sich selbst entscheiden.
01:11:31: Und ja, sei immer wissbegierig und versuch dich immer weiterzubilden in verschiedenen Bereichen und dann wirst du auf jeden Fall auf einen guten Weg kommen.
01:11:40: Bin ich mir ziemlich sicher.
01:11:42: Philipp, ich danke dir sehr herzlich, dass du dich bereit erklärt hast, mit mir zu sprechen.
01:11:46: Ich
01:11:46: danke dir, Nicole.
01:11:47: Jetzt habe ich aber auch noch mal eine Frage an dich.
01:11:48: Oh,
01:11:49: okay.
01:11:50: Wie hast du dich denn heute gefühlt, vor den Schülern zu stehen?
01:11:55: Ja, so für mich war es wahnsinnig spannend, weil es halt schon so lange her ist, dass ich an der Schule war.
01:11:59: Also für mich war es... Ich hatte viele... Aha-Momente, also zum Beispiel zu sehen, wie ihr mit Handys umgeht.
01:12:06: Wie ihr mit iPads umgeht.
01:12:09: Also, dass ihr keine Kreidetafeln mehr habt.
01:12:11: Aber auch die Fragen der Schüler.
01:12:15: Also, auch dieses Gefühl, was ich hatte, dass sie wirklich auch Ziele haben.
01:12:21: Also, vielleicht nicht alle, aber einige.
01:12:23: Und mir tut das dann, oder mir tat es dann teilweise auch so leid, dass das Bildungssystem dann noch so star ist, dass ... man gar nicht alles bieten kann in diesem System, in dieser Struktur, was die Schüler eigentlich bräuchten.
01:12:38: Und ich habe dann auch gedacht, deine Schüler können sich wirklich glücklich schätzen, dass sie dich als Lehrer haben und dass sie finanzielle Bildung so früh schon lernen.
01:12:47: Danke fürs Kompliment.
01:12:48: Es waren
01:12:49: super tolle und inspirierende Tage.
01:12:51: Ich habe tatsächlich mehr Hoffnung für die Zukunft der Schüler oder der jungen Menschen in Deutschland.
01:12:57: Ja, und ich danke dir auch sehr herzlich für die Einladung, also dass ich überhaupt hier sein durfte.
01:13:02: Gerne.
01:13:02: Und viel Erfolg weiter mit deinen Schülern, viel Erfolg für deine Schüler und alles Gute weiterhin.
01:13:06: Danke wünsche dir auch.
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